Kraniche im Spreewald
Kraniche im Spreewald dpa

Zugvögel in Brandenburg: Wo die Kraniche rasten

Im Frühjahr und im Herbst rasten Tausende Kraniche in Brandenburg. Vier Orte, an denen man sie beobachten kann.


Im Land Brandenburg gibt es vier Regionen, in denen Kraniche während ihres Vogelzuges im Frühjahr und im Herbst rasten. Wo man sie beobachten kann.

Linumer Teichland, Region Ostprignitz-Ruppin

Kraniche rasten bei Linum Kraniche rasten bei Linum auf einem Maisfeld dpa

Das Rhin-Havelluch mit dem kleinen Ort Linum ist einer der größten Kranichrastplätze Europas. Hier wurden an manchen Tagen schon über 80.000 Kraniche gezählt. Das Linumer Teichgebiet mit seinen flachen Teichen und den angrenzenden nassen Wiesen wirkt besonders anziehend auf die Kraniche. Noch bekannter ist, dass hier auch Tausende von Störchen rasten und viele auch in der Gegend brüten. Die Störche treffen von März bis Mai in Linum ein und ziehen in der zweiten Augusthälfte wieder in den Süden.

Rietzer See, Region Potsdam-Mittelmark

Im Vogelschutzgebiet Rietzer See leben über 260 Vogelarten. In der Zugzeit ist es ein wichtiger Rastplatz für tausende Gänse und bis zu 1600 Kraniche. Einen besonders guten Blick auf die Tiere hat man vom Vogelbeobachtungsturm am Streng zwischen dem Rietzer und dem Netzener See. Natur- und Kulturführer der Gemeinde Kloster Lehnin veranstalten Führungen zu den Kranichrastplätzen.

Kranich dpa

Wann rasten Kraniche in Brandenburg?

Herbst Die Hauptbeobachtungszeit für Kraniche in Brandenburg sind die Monate September und Oktober, weil sich die Kraniche im Herbst in der Region sammeln und für den langen Weiterflug in den Süden stärken. Zu dieser Zeit werden an den genannten Orten viele Führungen und Kranichbeoachtungen angeboten.
Frühling Von Anfang März bis Anfang April rasten auf den Feldern in Brandenburg tausende Kraniche auf ihrem Weg zurück in die Brutheimat nach Osteuropa und in Skandinavien. Bevor sie die Ostsee überqueren, ergänzen sie auf den Äckern ihre Energiereserven. Nur im Frühjahr kann man den "Tanz" der Kraniche beobachten, den die Tiere in der Paarungszeit im Frühjahr als Balzritual mit Federschlag und lauten Trompetenrufen aufführen.

Wanninchen bei Luckau, Region Dahme-Spreewald

Das Heinz Sielmann Naturparkzentrum liegt an einem ehemaligen Braunkohletagebau, der unter Naturschutz gestellt und renaturiert wurde. Die Wasserflächen und ihre Umgebung sind wertvolle Brut- und Rastplätze für bedrohte Vögel. Jeden Herbst ist es erneut ein unvergessliches Naturerlebnis: Tausende Kraniche und Gänse rasten auf ihrer Reise in den Süden in der Region. Am Tage können die faszinierenden Vögel auf Äckern und Wiesen entdeckt werden. In großen Scharen sind sie am Abend bei der Einkehr in ihre Schlafgewässer zu erleben.

Nationalpark Unteres Odertal

Wasservögel im Nationalpark Unteres Odertal Nationalpark Unteres Odertal dpa

Der Nationalpark Unteres Odertal erstreckt sich über eine Breite von zwei bis acht Kilometern auf beiden Uferseiten der Oder, ist also eine Art deutsch-polnisches Naturprojekt. Er schützt die letzte noch weitgehend intakte Flussauenlandschaft Mitteleuropas. Das Feuchtgebiet war wegen seines Reichtums an verschiedenen Wasservogelarten schon vor Gründung des Nationalparks unter Schutz gestellt worden. Während der Zugzeit sammeln sich bis zu 150.000 Gänse, Enten, Schwäne, Störche und über 3000 Kraniche im unteren Odertal auf Wiesen, Feldern und Wasserflächen. Von den Deichen aus sind sie besonders gut zu beobachten.

Letzte Änderung: Freitag, 4. März 2016 12:58 Uhr
Quelle: dpa/NABU/TMB/Berlin.de
(Bilder: Valua Vitaly- Fotolia.com; Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern; dpa; Gosewisch Family/ Creative Commons)