Lohnfortzahlung bei Krankheit
Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied: Bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall dürfen Sonntagszuschläge entfallen. dpa

Lohnfortzahlung bei Krankheit: Zuschläge können entfallen

Zuschläge für Sonntagsarbeit dürfen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wegfallen. Den eigenen Lebensstandard ohne das Geld nicht halten zu können, ist laut Gericht kein Argument.

Werden Arbeitnehmer krank, erhalten sie vom Arbeitgeber Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Bei der Berechnung muss der Arbeitgeber Zuschläge etwa für Sonntagsarbeit aber unter Umständen nicht miteinbeziehen. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

In dem betreffenden Fall (Az.: 15 Sa 802/14), der vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg verhandelt wurde, hatte eine Sicherheitskraft eines Flughafens geklagt. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, einem Mitarbeiter bei Krankheit den Lohn bis zur Dauer von sechs Wochen weiterzuzahlen. Und zwar das Gehalt, das dem Arbeitnehmer zusteht.

Zuschläge für Sonntagsarbeit gestrichen

Der Tarifvertrag sah in dem Fall aber vor, dass erkrankten Mitarbeitern bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall die Zuschläge - etwa für Sonntagsarbeit - gekürzt werden. Dagegen wehrte sich der Mann. Er argumentierte, er könne ohne die Zuschläge seinen Lebensstandard nicht halten.

Keine besondere Belastung, kein Zuschlag

Das Gericht entschied, dass die Tarifparteien berechtigt sind, eine solche Klausel zu vereinbaren. Zuschläge würden wegen besonderer Belastungen gezahlt. Würden diese bei Krankheit entfallen, müsste der Arbeitgeber auch die Zuschläge nicht zahlen. In diesem Fall würde der Zuschlag wegen der besonderen Arbeitszeit an einem Sonntag gezahlt. Falle die Sonntagsarbeit wegen Krankheit aus, müsste auch der Zuschlag nicht gezahlt werden. Nach Auffassung des Gerichts prägen derartige Zuschläge den Lebensstandard des Arbeitnehmers in der Regel nicht.

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Quelle: dpa
(Bilder: dpa)