Sonnenblume vor Solaranlage
Wer ein Solarkraftwerk auf dem eigenen Dach plant, sollte sich vorher gut informieren. dpa

Solaranlagen: Welche der Staat noch fördert

Nur noch für bestimmte Solaranlagen gibt es Geld vom Staat dazu.

Wasser-, Wind- und Sonnenenergie werden bei den Verbrauchern immer beliebter. Wer sich als Hausbesitzer für ein eigenes kleines Solarkraftwerk auf dem Dach interessiert, sollte dies genau planen.

Bei Dachsanierung an neuen Heizkessel denken

Zunächst müsse dabei die Frage geklärt werden, ob es Photovoltaik (kurz: PV-Anlage) oder Solarthermie sein soll - oder beides als Kombisolaranlage, rät David Wedepohl, Sprecher vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Berlin.

«Wer eine Dachsanierung zum Anlass für die Anschaffung einer Solaranlage nimmt und hohe Heizkosten hat, könnte gleichzeitig über eine Heizkesselsanierung nachdenken», sagt Wedepohl.

Mit dieser Kombination lasse sich besonders umweltbewusst Energie einsparen. Die aktuelle Sanierungsquote bei den Heizungen sei in Deutschland mit drei Prozent viel zu gering.

Welche Solaranlagen der Staat fördern

Für die Mischung zwischen Warmwasser und Heizung kann der Hausbesitzer einen Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Höhe von 90 Euro pro Quadratmeter installierter Kollektorfläche erhalten.

Für eine ausgetauschte Heizung - alter Kessel gegen neuen Brennwertkessel - gibt es weitere 400 Euro. Dieser Betrag erhöht sich auf 500 Euro, wenn ein Pelletkessel oder eine Wärmepumpe eingebaut wird. Die KfW-Bankengruppe fördert unter anderem Photovoltaik durch langfristige, zinsgünstige Darlehen mit tilgungsfreien Anlaufjahren.

Welche Solaranlagen nicht mehr gefördert werden

Solarwärmeanlagen im Neubau sind künftig nicht mehr förderfähig. Das sogenannte Marktanreizungsprogramm (MAP) beschränkt sich dann ausschließlich auf den Gebäudebestand.

Aber auch dort entfällt ab sofort die Förderung von Solarwärmeanlagen zur Warmwasserbereitung - ebenso wie die für Pelletkessel, Scheitholzvergaserkessel und ineffiziente Wärmepumpen.

Photovoltaik

Photovoltaik Bei der Anschaffung einer PV-Anlage muss sich der Käufer bei der Bundesnetzagentur registrieren lassen. dpa

Wer eine PV-Anlage kauft, muss diese bei der Bundesnetzagentur registrieren lassen, um die eingespeiste Energie vergütet zu bekommen. Die Meldung sollte spätestens mit der Inbetriebnahme erfolgen.

Die Bundesnetzagentur erfasst die Daten und verschickt eine Registrierungsbestätigung mit einer Nummer für die Datenmeldung. Eine Kopie davon muss dem Netzbetreiber eventuell als Nachweis vorgelegt werden. Der Netzbetreiber wiederum muss nach den Paragrafen 32 und 33 des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) prüfen, ob die Anlage der Bundesnetzagentur gemeldet wurde, bevor er die Vergütung auszahlt.

Kosten und Nutzen der Anlage berechnen

Der Käufer sollte sich Kosten und Nutzen seines Kraftwerk vorher ausrechnen. Dies kann er beispielsweise auf den Internetseiten «solarfoerderung.de» oder «solarserver.de» - hier gibt es auch Förderanträge zum Herunterladen. «Eine genaue Ertragsprognose sollte von einem kompetenten Fachhandwerker erstellt werden», rät Wedepohl.

Photovoltaik-Anlagenpass ausstellen lassen

Vor dem Anlagenkauf sollten mehrere Anbieter verglichen werden. Der Käufer lässt sich am besten vom Handwerker eine bereits vorhandene Anlage als Referenz-Projekt vor Ort zeigen. «Ein Indikator für Qualität ist der Anlagen-Pass», sagt Wedepohl.

Mit dem für Verbraucher kostenlosen Photovoltaik-Anlagenpass bestätigt der Verkäufer, dass er die Anlage nach dem Stand der Technik geplant und gebaut hat. Der Käufer wiederum erhält eine vollständige Dokumentation der Installation. Einige Solarversicherungen bieten als freiwillige Leistung eine günstigere Prämie, wenn ein Anlagenpass ausgestellt wurde.

Letzte Änderung: Freitag, 3. September 2010 16:53 Uhr
Quelle: dpa
(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de; promo; dpa; www.b2b-deutschland.de)