Berliner Charite
Berliner Charité. Foto: Jörg Carstensen/Archiv dpa

Charité richtet sich auf Pfleger-Streik ein

Die Berliner Charité rechnet im Tarifstreit um das Pflegepersonal erneut mit einem Streik. Mindestens für Montag habe die Gewerkschaft zu einem Ausstand aufgerufen, sagte der ärztliche Direktor Ulrich Frei am Mittwoch. Zur Art und Dauer des Streiks seien aber noch keine Details bekannt. Frei geht davon aus, dass geplante Operationen ausfallen müssen und alle Standorte des Klinikums betroffen sein werden. Gewerkschaftsvertreter waren am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen.

Zuletzt waren Charité-Pfleger am 8. August in den Warnstreik getreten, 40 Operationen fielen aus. Hintergrund ist der 2016 abgeschlossene Tarifvertrag, der einen Personalzuwachs und Mindestbesetzungen auf Stationen vorsah. Verdi hat den Vertrag wegen Mängeln bei der Umsetzung auslaufen lassen und drängt auf eine Weiterentwicklung. Die Charité schließt das Festschreiben einklagbarer Soll-Schichtbesetzungen allerdings aus, wie Frei sagte.

Frei erklärte, man arbeite kontinuierlich an der Besetzung offener Stellen, gut 270 Stellen seien seit Juli 2014 neben der üblichen Fluktuation besetzt worden. Allein auf Normalstationen fehlten aber noch 80 Kräfte, weitere 50 auf Intensivstationen. Inzwischen sei in Nachtschichten aber kein Pfleger mehr allein für eine Station zuständig.

Letzte Änderung: Mittwoch, 13. September 2017 15:30 Uhr
Quelle: dpa
(Bilder: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks; dpa)