Hartz IV
Hartz-IV-Empfänger erhalten ab Januar 2017 etwas mehr Geld. dpa

Jahreswechsel: Das ändert sich 2017

Ob in der Pflege, bei Hartz IV oder den Steuern: Im neuen Jahr kommen auf Verbraucher in vielen Bereichen Neuerungen zu. Die wichtigsten Änderungen für 2017 im Überblick.

Reformationstag auch in Berlin Feiertag

Anlässlich des Reformationsjubiläums ist Dienstag, der 31. Oktober 2017 in ganz Deutschland einmalig Feiertag. Denn an diesem Tag jährt sich die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Auch Berliner Arbeitnehmer haben also mit dem Reformationstag einen arbeitsfreien Tag mehr - und können am Montag davor einen Brückentag nehmen.

Pflege: Pflegegrade ersetzen Pflegestufen

Im Rahmen der Pflegereform kommt es ab Januar 2017 zu weiteren Veränderungen. Anstelle der bisherigen drei Pflegestufen gibt es künftig fünf Pflegegrade, die meisten erhalten durch die Umstellung monatlich mehr Geld. Im stationären Bereich wird ein einrichtungseinheitlicher Eigenbetrag eingeführt. Um die Pflegereform zu finanzieren, werden die Beiträge erhöht. Der Beitragssatz der Pflegeversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent, für Kinderlose auf 2,8 Prozent.

Unterhalt: Mehr Geld für Trennungskinder

Trennungskinder in Deutschland haben zum kommenden Jahreswechsel Anspruch auf mehr Unterhalt. In der neuen, bundesweit angewendeten "Düsseldorfer Tabelle" werden die Mindestbedarfssätze von unterhaltsberechtigten Kindern am 1. Januar 2017 erhöht. Der Selbstbehalt von Unterhaltspflichtigen steigt hingegen nicht.

Umzugspauschale: Ab Februar höhere Beträge absetzbar

Wer berufsbedingt umziehen muss, kann die Kosten dafür steuerlich geltend machen. Im Februar 2017 erhöhen sich die Beiträge für die Umzugspauschale für Paare und Singles. Aber auch Beträge für weitere Familienmitglieder wie z.B. Kinder können umfangreicher als bisher in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Fernsehen: DVB-T wird abgeschaltet

In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Und: Wer Privatsender gucken will, muss zukünftig zahlen.

Rundfunkbeitrag: Inkassofirmen dürfen früher eintreiben

Säumige Rundfunkbeitragszahler können ab 2017 schon deutlich früher Post von Inkassofirmen bekommen als bisher. Grund dafür ist eine Änderung der Beitragssatzungen der Landesrundfunkanstalten. Bislang musste vor der Beauftragung eines Inkassounternehmens zunächst ein Vollstreckungsversuch durch Behörden - also etwa einen Gerichtsvollzieher - unternommen werden. Durch die Änderungen können Inkassounternehmen nun schon vor dem Gerichtsvollzieher aktiv werden.

Energiekosten: Strom wird teurer

Nach einem Jahr praktisch ohne Steigerungen geht es für Millionen Haushalte beim Strompreis zum Jahresanfang 2017 wieder spürbar nach oben. Um runde 50 Euro pro Haushalt soll der Strom teurer werden. Vor allem die Kosten für die Stromnetze steigen stark. Aber auch die Energiewende spielt eine Rolle.

Mindestlohn: Stundenlohn steigt um 34 Cent

Zum 1. Januar 2017 wird der Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde angehoben. Änderungen ergeben sich dadurch unter anderem für Minijobber. Durch die Anhebung stehen ihnen jeden Monat etwa zwei Stunden weniger zur Verfügung bis die 450 Euro erreicht sind.

Betriebliche Altersvorsorge: Beitragsbemessungsgrenze steigt

Mit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) können Arbeitnehmer 2017 mehr Steuern und Sozialabgaben sparen. Grund ist die steigende Beitragsbemessungsgrenze. Danach können Beschäftigte ab dem 1. Januar 2017 mehr Geld über die sogenannte Entgeltumwandlung in einen Vorsorgevertrag fließen lassen.

Rürup-Rente: Sonderausgaben-Abzug steigt

Beiträge für eine Rürup-Rente können Selbstständige beim Fiskus als Sonderausgaben geltend machen. Ab 1. Januar 2017 erhöhen sich die Sätze für den steuerlichen Abzug: Dann können Steuerzahler 84 Prozent der Beiträge in ihrer Steuererklärung angeben. Bislang waren es 82 Prozent.

Produktinformationsblatt für Riester- und Rürup-Verträge

Wer einen Riester- oder Rürup-Vertrag abschließen will, soll Angebote künftig einfacher vergleichen können. Denn ab dem 1. Januar 2017 müssen Anbieter ihren Kunden ein individuelles Produktinformationsblatt zur Verfügung stellen.

Straßenverkehr: Neue Regelungen für Verkehrsteilnehmer

Im Rahmen einer Novelle der Straßenverkehrsordnung ändert sich einiges für Autofahrer und Radfahrer. Radfahrer dürfen sich u.a. nicht mehr an Fußgängerampeln orientieren, die Gebühren für HU und Führerschein steigen, und Eltern können ihre Kinder nun mit dem Fahrrad auf dem Fußweg begleiten.

Roaming-Gebühren werden abgeschafft

Beim Telefonieren im EU-Ausland fallen ab dem 15. Juni 2017 die Auslandsaufschläge weg. Diese Gebühren dürfen dann innerhalb der EU nicht mehr zusätzlich zum gebuchten Tarif erhoben werden. Auch Datennutzung darf dann nicht mehr kosten als in Deutschland. Doch es gibt Ausnahmen.

Neuer 50-Euro-Schein kommt in Umlauf

EU-Bürger müssen sich an einen neuen 50-Euro-Schein gewöhnen. Die zweite Generation der Euro-Banknoten seit Einführung des gemeinsamen europäischen Bargelds im Jahr 2002 bekommt erneut Zuwachs. Der neue Fünfziger soll ab dem Frühjahr 2017 in Umlauf gebracht werden.

Weiterbildungsstipendium: Höhere Förderung möglich

Ab 2017 erhöht sich die maximale Förderhöhe des Weiterbildungsstipendiums auf 7200 Euro. Wer sich nach seiner abgeschlossenen Ausbildung eine Fortbildung finanzieren will, konnte bisher über das Stipendium maximal 6000 Euro erhalten. Zukünftig lassen sich mit dem Stipendium auch Prüfungskosten bezahlen.

Hartz IV: ALG-II-Empfänger bekommen mehr Geld

Für leistungsberechtigte Schulkinder unter 14 Jahren gibt es ab Januar 2017 deutlich mehr Geld, für Erwachsene zumindest ein bisschen mehr. Konkret heißt das: Für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren steigt der Regelsatz von 270 auf 291 Euro, für Erwachsene von 204 auf 409 Euro. Paare erhalten künftig 368 statt 364 Euro pro Person. Jugendliche von 14 bis 18 Jahren erhalten wie die Erwachsenen fünf Euro mehr im Monat und damit 311 Euro. Für Vorschulkinder ist keine Erhöhung geplant.

Rente: Höherer Steueranteil für Neurentner

Wer 2017 in Rente geht, muss 74 Prozent seiner Rente versteuern. Bisher lag der steuerpflichtige Anteil bei 72 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: Nur noch 26 Prozent der Bezüge sind im kommenden Jahr steuerfrei.

Einkommensteuer: Grundfreibetrag steigt

Ab dem 1. Januar steigt das vom Fiskus unangetastete Existenzminimum. Der Grundfreibetrag für Ledige klettert um 168 Euro auf 8820 Euro. Auch der Kinderfreibetrag soll 2017 angehoben werden auf 4716 Euro - also um 108 Euro.

Lebensversicherungen: Garantiezins sinkt

Wer ab dem 1. Januar 2017 einen Vertrag abschließt, muss sich mit einem geringeren Garantiezins begnügen. Der sogenannte Höchstrechnungszins sinkt von derzeit 1,25 auf 0,9 Prozent. Der neue Garantiezins gilt auch für neu abgeschlossene Riester- und Rürup-Policen, in der betrieblichen Altersvorsorge bei Direktversicherungen und bei einigen Pensionskassenverträgen. Für Bestandskunden ändert sich nichts.

Vorsorgeaufwendungen: Absetzbarer Betrag steigt

Im Jahr 2017 können Steuerzahler mehr Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen. Der absetzbare Betrag steigt von 82 auf 84 Prozent. Zu den absetzbaren Kosten gehören zum Beispiel die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu den berufsständischen Versorgungswerken.

brückentag 2017 feiertage freie tage urlaub verlängern

Brückentage 2017: Mit guter Planung den Urlaub verlängern

Bei der Urlaubsplanung für 2017 lohnt es sich für Arbeitnehmer, sich rechtzeitig einige Brückentage zu sichern. Denn die Feiertage fallen für sie so günstig wie selten. mehr

Letzte Änderung: Montag, 2. Januar 2017 10:36 Uhr
Quelle: Berlin.de/dpa
(Bilder: dpa)