Pssssssst!
Pssssssst! Sind Kinder stets zu laut, sollten Eltern Regeln für die ganze Familie vereinbaren. dpa

Kind ist zu laut: Was Eltern tun können

Kindern ist ihre Lautstärke oft nicht bewusst. Bemerken Eltern, dass ihr Kind oft auffallend laut spricht, sollten sie nach Gründen dafür suchen.

Macht sich ein Kind permanent mit hoher Lautstärke bemerkbar, sollten Eltern der Ursache nachgehen. «Überlegen Sie: In welchen Situationen ist es besonders laut? Wenn es sich in einer Gruppe durchsetzen will? Oder weil es nicht zu Wort kommt?», sagt Azzisa Pula-Keuneke vom Deutschen Bundesverband der Logopäden (DBL). Dann könnten Regeln in der Familie vereinbart werden: etwa, dass alle still sein müssen, wenn einer redet, oder jeder fünf Minuten Erzählzeit bekommt.

Besser loben als kritisieren

Ständige Ermahnungen wie «Du bist zu laut» oder Nachfragen «Warum machst du das denn immer?» erzeugten dagegen nur Gegenwehr. Besser sei es, das Kind zu loben, wenn es leise spricht. Und auch hier hilft genaues Hinschauen: In welchen Situationen sind Sohn oder Tochter besonders leise? Wenn sie konzentriert spielen oder sich wohlfühlen? Dann lohnt es sich, häufiger für diese Umstände zu sorgen.

Stimme: Lautstärke und Tonhöhe trainieren

Damit Kinder ein besseres Gefühl für ihre Stimme bekommen, können sie ein paar einfache Übungen machen. Eine Minute ruhig in den Bauch atmen, helfe zu entspannen. Oder Eltern summen gemeinsam mit dem Kind ein paar Vokale, ohne dass sich die Muskeln am Hals anspannen. Wie unterschiedlich die Stimme eingesetzt werden kann, lässt sich auch beim Vorlesen trainieren: «Mit laut und leise spielen, flüstern, die Stimme verstellen», zählt Pula-Keuneke auf. Das mache Kindern deutlich: «Ich muss nicht immer Kraft und Lautstärke einsetzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.»

Logopäde kann bei Stimmstörungen helfen

Ein Fall für den Logopäden sei das Kind dann, wenn es zum Beispiel länger als zwei Wochen heiser ist. Oft äußerten Kinder auch selbst, wenn etwas nicht stimmt, etwa: «Ich habe einen Frosch im Hals». Ein Hals-Nasen-Ohren Arzt kann das Kind zum Logopäden überweisen. Mit speziellen Übungen lassen sich Stimmstörungen behandeln.

Quelle: dpa