Recht der Eltern
Wenn Schulen weniger Plätze als Bewerber haben, entscheiden Städte und Gemeinden oft per Losverfahren. dpa

Schulform: Haben Eltern die freie Wahl?

Gesamtschule oder Gymnasium? Wer darf entscheiden, welche Schulform für ein Kind die richtige ist?

Nach einem Losverfahren darf ein Schüler nicht dazu gezwungen werden, anstelle einer Gesamtschule ein Gymnasium zu besuchen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt entschieden (Az.: 3 M 687/12), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

Gymnasium statt Gesamtschule

Die Eltern eines Grundschülers hatten ihr Kind vor Beginn des Schuljahres an einer der beiden Integrierten Gesamtschulen der Stadt angemeldet. Da es mehr Anmeldungen gab, als Plätze an den beiden Schulen vorhanden waren, hatte die Stadt ein Losverfahren angewendet. Dabei erhielt der Junge keinen Platz in einer Gesamtschule, sondern in einem Gymnasium.

Kapazitätsgrenzen dürfen nur schulintern gelten

Die Eltern konnten in zwei Gerichtsinstanzen die Einschulung in einer der beiden Gesamtschulen durchsetzen. Nach dem Schulgesetz haben die Eltern laut der Richter die Wahl zwischen den Schulformen und Bildungsgängen, die zur Verfügung stehen. Zwar könne der Schulträger bestimmen, dass es für verschiedene weiterführende Schulen Kapazitätsgrenzen gibt. Das dürfe aber nur der schulinternen Organisation dienen, beispielsweise um eine gleichmäßige Auslastung zu erreichen. Die elterliche Wahl der Schulform dürfe der Schulträger jedoch nicht beschränken.

Quelle: dpa