Ein Richterhammer aus Holz
Ein Richterhammer aus Holz liegt auf einem Tisch. dpa

Urteil: Rettungsdienst kann freie Straßen verlangen

Stichworte: Notfall Leute

Rettungsdienste können nach einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts Halteverbote oder die Einrichtung von Einbahnstraßen verlangen, damit Notfallautos ohne Wartezeit durchkommen. Damit bekam eine Hilfsorganisation Recht, die in Friedenau eine Wache mit Notfallrettungswagen und Intensivtransportwagen unterhält, wie das Gericht am Montag mitteilte (Urteil vom 6.2.2017; VG 11 K 339.16).

Auf der angrenzenden Straße hatten parkende Autos und der Gegenverkehr laut Gericht Rettungswagen behindert, was zu Verzögerungen von bis zu 60 Sekunden führte. Das Bezirksamt hatte straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen mit der Begründung abgelehnt, die Verzögerungen seien nur unwesentlich. Das Gericht verpflichtete das Bezirksamt nun zu Anordnungen für ein besseres Durchkommen der Rettungswagen. Wie das konkret aussehen soll, liegt laut Urteil im Ermessen der Behörde.

Das zeitnahe Eintreffen der Helfer am Einsatzort sei entscheidend, hieß es. Sie müssten bei Herz-Kreislauf-Kollaps oder Schlaganfall in wenigen Minuten beim Patienten sein, um weitere körperliche Schäden oder gar den Tod zu verhindern. In Berlin muss ein Rettungswagen in acht Minuten ab Alarmierung bei dem Hilfsbedürftigen sein. Daher sei auch eine Verzögerung von nur einer Minute nicht unerheblich.

Letzte Änderung: Montag, 20. Februar 2017 13:51 Uhr
Quelle: dpa

Weitere Meldungen

(Bilder: dpa)