Polizisten stehen am Zugang eines Saunaclubs
Polizisten stehen in Berlin am Zugang eines Saunaclubs. Foto: Paul Zinken/Archiv dpa

Drei Tote und ein Schwerverletzter bei Brand in Saunaclub

Stichworte: Notfall Brand

In einem Saunaclub in Schöneberg bricht ein Feuer aus. Schnell füllen sich die zwei Etagen mit dichtem Qualm. Für drei Männer kommt die Hilfe der Feuerwehr zu spät.

Berlin (dpa/bb) - In den verwinkelten Kellerräumen eines Berliner  Saunaclubs sind drei Männer bei einem Brand ums Leben gekommen. Sie starben am Sonntagabend vermutlich an Rauchgasvergiftung, wie ein Feuerwehrsprecher am Montag sagte. Ein 48-jähriger Mann wurde nach dem Feuer in dem Schwulentreff schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Spezialisten des Landeskriminalamtes haben inzwischen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, war am Montagnachmittag noch unklar.

Laut Feuerwehr hatte es in einer abgehängten Zwischendecke im Untergeschoss des Clubs im Stadtteil Schöneberg gebrannt. Dabei entwickelte sich heftiger Rauch. Der Club erstreckt sich über Erdgeschoss und Keller. Er besteht nach Angaben der Feuerwehr neben Saunen zum Großteil aus «Spielwiesen» für Homosexuelle. Der nur wenige hundert Meter vom Breitscheidplatz und der Gedächtniskirche entfernte Saunaclub trägt den Namen «Steam Works».

Als der Brand ausbrach, hielten sich etwa 30 Menschen in den Räumen auf. Der Großteil der Besucher konnte sich selbst in Sicherheit bringen. Die bei nächtlicher Kälte nur mit Handtüchern bekleideten Männer kamen in einem Feuerwehrbus unter. Auch für Bewohner einer Seniorenresidenz in Stockwerken über dem Unglücksort ging der Brand glimpflich aus - das Gebäude musste nicht evakuiert werden.

Die Feuerwehr war am Sonntagabend um 22.23 Uhr alarmiert worden. Der Einsatz zog sich bis weit nach Mitternacht hin, wobei die die Zahl der Kräfte an der Unglücksstelle vier mal erhöht werden musste - auf insgesamt 80 Mann, darunter auch eine spezielle Atemschutzstaffel.

Die Löscharbeiten erwiesen sich als sehr kompliziert. Die Einsatzkräfte mussten im Inneren etwa 60 Einzelkabinen, in denen sich je ein Bett befindet, aufbrechen und kontrollieren. Auch habe es ein stockdunkles Labyrinth mit eng stehenden Wänden gegeben. Zum genauen Fundort der Leichen gab es keine Angaben.

Details zur Identität der verstorbenen Männer waren zunächst unklar - nach Medienberichten hatten sie ihre Ausweise nicht bei sich. Obduktionen in der Gerichtsmedizin sollten über die genaue Todesursache Aufschluss bringen.

Für die Vorgaben zum Brandschutz in dem Club war laut Feuerwehr die Bauaufsicht des Bezirks zuständig.

Letzte Änderung: Montag, 6. Februar 2017 17:09 Uhr
Quelle: dpa

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