Warnstreik des Bodenpersonals
Mitarbeiter des Bodenpersonals demonstrieren am Flughafen Schönefeld. Foto: Paul Zinken dpa

Warnstreik: Fast alle Flüge in Berlin gestrichen

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Ob nach Mailand oder München: Wer am Mittwochmorgen fliegen wollte, hatte meist Pech. An den Berliner Flughäfen hob fast keine Maschine ab.

Wegen eines Warnstreiks des Bodenpersonals fallen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld am Mittwochmorgen fast alle Flüge aus. In Tegel wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers 112 Flüge gestrichen, in Schönefeld 22. Betroffen sind fast alle Verbindungen der Gesellschaften Lufthansa, Air Berlin, Germanwings und Eurowings. «Viele Passagiere sind durch gute Information gestern und heute erst gar nicht zu den Flughäfen gekommen, das große «Chaos» ist ausgefallen», sagte ein Sprecher der Flughafenbetreiber.

Bodenservice-Mitarbeiter streiken

Die Gewerkschaft Verdi hat in Tegel und Schönefeld die Bodenservice-Mitarbeiter zwischen 5.00 und 11.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Zum Bodenservice zählen zum Beispiel Check-in und Gepäckabfertigung. Auch am Hamburger Flughafen wurde das Bodenpersonal zum Warnstreik aufgerufen.

Flüge verschoben

Am frühen Morgen abgefertigt werden konnte in Berlin lediglich eine Maschine von Air Berlin von Tegel nach Düsseldorf. Die Fluggesellschaften Ryanair und Easyjet haben die meisten ihrer Verbindungen auf nach 11 Uhr verschoben. Versucht wird, vor allem die größeren internationalen Verbindungen aufrecht zu erhalten, zum Beispiel nach Lissabon, London, Istanbul oder Oslo.

Etwa 550 Mitarbeiter beteiligt

«Etwa eine Handvoll Menschen arbeiten derzeit beim Bodenpersonal, das sind vor allem Führungskräfte», sagte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker am Mittwochmorgen am Flughafen Tegel. Am Warnstreik beteiligen sich laut Rümker in Tegel etwa 400 Mitarbeiter und in Schönefeld etwa 150.

Warnstreiks unangemessen

Der Flughafenverband ADV nannte die Warnstreiks unangemessen. «Es ist nicht hinzunehmen, dass Verdi die Flughäfen als öffentlichkeitswirksame Bühne zur Durchsetzung ihrer Forderungen schädigt und die Belange der Reisenden dabei völlig ausblendet», sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Tarifvertrag aus dem Jahr 2013

Die Gewerkschaft will mit der Arbeitsniederlegung vor der nächsten Tarif-Verhandlungsrunde am kommenden Freitag Druck auf die Arbeitgeber aufbauen. «Der letzte gültige Tarifvertrag stammt aus dem Jahr 2013, jetzt haben wir 2017», so Rümker. Verdi fordert von den Arbeitgebern eine Gehaltserhöhung von einem Euro pro Stunde für die Mitarbeiter sowie bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Derzeit erhalte ein Beschäftigter des Bodenpersonals etwa elf Euro in der Stunde.

Letzte Änderung: Mittwoch, 8. Februar 2017 09:25 Uhr
Quelle: dpa

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