Andrej Holm
Andrej Holm dpa

Affäre um Stasi-Vergangenheit: Holm räumt falsche Angaben ein

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Jetzt äußert sich der neue Berliner Bau-Staatssekretär Andrej Holm zu seiner Stasi-Vergangenheit. Nach massiver Kritik der Opposition und der Aufforderung von Bürgermeister Müller an Holm sich an der Aufklärung zu beteiligen, räumte der Parteilose nun Fehler ein.

Holm sei nach eigenen Aussagen erst durch die jetzt erfolgte Einsicht in seine frühere Kaderakte klar geworden, dass er hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter war. Bisher sei er davon ausgegangen, dass seine militärische Grundausbildung beim Stasi-Wachregiment «Feliks Dzierzynski» in der Wendezeit noch nicht als hauptamtliche Stasi-Tätigkeit zu werten sei, sagte Holm am Mittwoch in Berlin vor Journalisten. Er habe seine Meinung dazu jetzt geändert.

«Keine Lüge» aber falsche Aussage

In Fragebögen der Berliner Humboldt-Universität, bei der der Stadtsozialoge bislang beschäftigt war, habe er aus seiner getrübten Erinnerung heraus 2005 falsche Angaben gemacht, räumte Holm ein. Die Frage, ob er hauptamtlich beim DDR-Ministerium für Staatssicherheit beschäftigt gewesen sei, hatte Holm dort verneint. Das sei «nicht wissentlich» geschehen und «keine Lüge» gewesen, sagte er dazu.

Dunkle Vergangenheit

Dass Holm eine berufliche Stasi-Laufbahn anstrebte, hatte er schon vor Jahren öffentlich gemacht. Bereits mit 14 Jahren legte er seine berufliche Laufbahn verbindlich fest. Im Zuge seiner Nominierung als Staatssekretär durch die Linke hatte er zuletzt mehrfach betont, dass er seine damalige Entscheidung für die Stasi aus heutiger Sicht als einen Fehler sehe und über das Ende der DDR froh sei.

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Letzte Änderung: Donnerstag, 15. Dezember 2016 10:24 Uhr
Quelle: cle/dpa

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