Polizisten der GSG 9
Polizisten der Antiterroreinheit GSG 9 stürmen ein Gebäude. Foto: Oliver Berg/Archiv dpa

GSG 9 bekommt zweiten Standort: Ahrensfelde bei Berlin

Stichworte: Terror Kriminalität

Berühmt ist die GSG 9 seit der Geiselbefreiung in Mogadischu 1977. Die Spezialeinheit des Bundes ist für den Kampf gegen Terroristen und Schwerkriminelle zu Land und auf dem Wasser ausgebildet. Bisher saß die GSG 9 nur weit im Westen der Republik. Das ändert sich demnächst.

Die Bundespolizei-Spezialeinheit GSG 9 soll einen zweiten Standort erhalten - in der Nähe von Berlin. Bisher befand sich das alleinige Hauptquartier der GSG 9 in St. Augustin bei Bonn. Künftig soll die Anti-Terror-Einheit auch im Osten Deutschland stationiert sein, wie der «Behörden Spiegel» am Dienstag berichtete. So wäre auch eine Anbindung an die Hubschrauberflotte der Bundespolizei in Ahrensfelde am nordöstlichen Stadtrand Berlins möglich. Das zuständige Bundesinnenministerium teilte mit, «dass der zusätzliche Standort der GSG 9 im Raum Berlin derzeit geprüft» werde.

Auslöser ist Amoklauf in München

Auslöser für den Plan eines zweiten GSG 9-Standortes war laut dem Bericht der Zeitung für den öffentlichen Dienst der Amoklauf in München. Danach habe es entsprechende Diskussionen gegeben. Im Gespräch seien neben dem bisherigen Hauptquartier bei Bonn auch Berlin sowie Orte in Nord- und Süddeutschland gewesen. Übrig geblieben sei nur noch Berlin.

Termin und Personal unklar

Ob die GSG 9 für den neuen Standort mehr Personal erhält oder ein Teil der Leute umziehen muss, ist noch unklar. Auch der Termin ist noch unbekannt.

Schneller eingreifen können

Im Juli 2016 hatte der GSG 9-Kommandeur Jerome Fuchs der «Bild am Sonntag» gesagt, seine Leute müssten bei islamistischen Terroranschlägen schneller eingreifen können. «Die Terroristen des selbst ernannten Islamischen Staats agieren sehr entschlossen. Also müssen wir als Spezialeinheit noch entschiedener, noch unmittelbarer und noch schneller reagieren.»

Die Anti-Terror-Einheit habe sich bisher auf Geiselnahmen durch Terroristen oder Schwerkriminelle eingestellt. Bei Anschlägen wie in Paris, Brüssel oder Nizza reiche das nicht. «Da müssen wir sofort zum Anschlagsort, also schnellstmöglich unsere Einheiten verlegen und die Terroristen stoppen. Das ist eine Vorgehensweise, die unsere Kräfte verinnerlichen müssen.»

BFE+ Spezialpolizisten bereits in Ahrensfelde stationiert

In Ahrensfelde bei Berlin wurden auch Teile der 2015 geschaffenen «Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus» (BFE+) der Bundespolizei stationiert. Die schwer bewaffneten Spezialpolizisten sollen unter anderem die GSG 9 bei Anti-Terror-Einsätzen unterstützen oder ersetzen können - vor allem gegen Terroristen, die militärisch trainiert sind. Die BFE+ agiert von mehreren Orten in Deutschland aus. Seit ihrer Gründung wurde die BFE+ mehrfach bei Razzien gegen Schleuser eingesetzt.

Letzte Änderung: Mittwoch, 8. Februar 2017 09:34 Uhr
Quelle: dpa

Weitere Meldungen

(Bilder: dpa)