Logo der Füchse Berlin
Logo der Füchse Berlin. dpa

Füchse verlieren verdient gegen Tabellenletzten

Stichwort: Sport

Wohl niemand der 6917 Zuschauer im Fuchsbau hatte mit diesem Ergebnis im ersten Heimspiel des Jahres gerechnet. 30:29 für den Bergischen HC heißt es nach 60 hart umkämpften Minuten.

Der Beginn ist recht vielversprechend. Dem ersten Tor des Spiels durch Mattias Zachrisson, folgt eine Parade von Heinevetter. Vize-Weltmeister Kent Robin Tönnessen meldet sich mit seinem ersten Tor zurück, schnelle 2:0 Führung für die Füchse. Doch der BHC wacht nach den ersten Sekunden auf. Szilagyi mit der Wurftäuschung, Pass zu Christian Hoße , Tor. Ausgleich nach 7 gespielten Minuten, 3:3.

Szilagyi verletzt sich am Knie und muss raus

Es folgen kampfbetonte Spielminuten. Keine Mannschaft kann sich mit mehr als 2 Toren absetzen. 9.10 Minuten im ersten Durchgang gespielt. Victor Szilagyi auf halbrechts mit dem Wackler. Ein Aufschrei, er sackt zu Boden, hält sich das linke Knie. Für ihn wird es heute nicht mehr weitergehen. Unter starken Schmerzen tragen ihn zwei Teambetreuer aus der Halle. Noch am Abend wird er in der Charitee untersucht.

Der BHC spielt fortan vor allem in Defensive aggressiver, was in der 16. Spielminute mit der erstmaligen Führung belohnt wird: 7:6. Der BHC findet immer wieder Lösungen im Angriff, besonders Distanzschütze Bogdan Criciotoiu stellt die Füchse Verteidigung im ersten Durchgang vor große Probleme. Einzelaktionen bestimmen hingegen meist die Angriffsbemühungen der Hauptstädter.

Halbzeit: 15:13 für den Außenseiter

21. Spielminute: erste 2 Minuten Strafe gegen BHC-Spieler Uros Vilovski. Doch diese Überzahl können die Mannen von Velimir Petkovic nicht nutzen, 10:9 für den BHC. Nach zwei weiteren Gegenstößen bauen die Gäste ihre Führung sogar aus: 14:12. Petar Nenadic verkürzt, doch der BHC stellt durch Gunnarsson den alten Abstand wieder her. Der Pausenpfiff ertönt, Halbzeit: 15:13 für den BHC.

Noch einmal Kraft tanken für den zweiten Durchgang. Die Überraschung für den Tabellenletzten liegt hier in der Luft. Die Füchse müssen in der Deckung deutlich aggressiver werden, wollen sie die Punkte in der Hauptstadt behalten.

Gäste-Keeper Gustavsson erwischt einen Sahne-Tag

Drux und Gojun beginnen erneut im Mittelblock. Die Gäste kommen gut aus der Kabine. Babak trifft zum 16:13. Im Anschluss wird BHC-Spieler Preuss für zwei Minuten auf die Strafbank gesetzt. Die Füchse schaffen es nicht die Überzahl auszuspielen, sodass die Mannschaft von Sebastian Hinze beim Stand von 17:15 wieder auffüllen kann. Immer wieder kann BHC-Keeper Gustavsson offene Würfe der Füchse entschärfen, während Heinevetter und Stochl, der im zweiten Durchgang beginnt, kaum einen Ball zu halten kriegen.

In der 38. Spielminute doppelte Überzahl für die Füchse nach einer Strafe gegen die BHC-Bank. Kommt nun das erhoffte Aufbäumen? Stochl pariert einen Wurf, trifft ins verlassene Gäste-Tor und hält auch den nächsten Wurf. Zachrisson verkürzt auf 21:20, bei noch 18 verbleibenden Spielminuten. In der anschließenden Phase wirkt das Spiel sehr zerfahren, drei Minuten fällt kein Tor. Die Deckung der Füchse steht jetzt besser und blockt einige Würfe aus dem BHC-Rückraum. Aber die BHC-Spieler bleiben unerwartet cool und erhöhen wieder auf 22:20. Nach Fehlwurf durch Drux, trifft Moritz Preuss am Kreis zum 23:20.

„Auf geht’s Füchse, auf geht’s Berlin!“

Der Einheizer gibt alles: „Auf geht’s Füchse, auf geht’s Berlin.“ Die Füchse kämpfen. Paul Drux verkürzt mit zwei Treffern auf 27:26. Die Stimmung kocht, die Fans stehen. Zeitspiel gepfiffen gegen den BHC, die Chance auf den Ausgleich für die Füchse ist plötzlich da. Doch einen einfachen Ballverlust vollendet Hoße im Gegenstoß zum 28:26. Bjarki Elisson antwortet, trifft von Linkssaußen: 28:27. Aber Tomas Babak, der die Spielmacherrolle des verletzten Szilagyi übernommen hat, behält die Nerven. Wieder 2 Tore Vorsprung für den Bergischen HC.

Die letzte Spielminute bricht an. Plaza kann die Füchse erneut heranbringen, die Chance zumindest auf den Punktgewinn wahren. Offensive Deckung der Füchse, sie setzen die Gäste mächtig unter Druck. Bevor Zeitspiel gepfiffen werden kann, nimmt Gäste-Coach Hinze die Auszeit. 45 Sekunden verbleiben auf der Uhr.

Grenzenloser Jubel und unfassbare Enttäuschung

Es geht weiter. Der BHC wird zu einem Wurf aus Rückraum gezwungen, geblockt von der Füchse-Verteidigung. Doch der Abpraller landet bei Christian Hoße, der eiskalt mit einem Heber über Heinevetter vollendet, 30:28. Die Vorentscheidung. Drux kann nur noch verkürzen. Mit 30:29 gewinnen die Gäste überraschend, aber völlig verdient gegen die Füchse. Grenzenloser Jubel beim Tabellenletzten. Es ist erst der dritte Sieg in der laufenden Spielzeit. Unfassbare Enttäuschung bei Spieler, Trainer und Anhänger der Füchse. Damit hatte wahrlich niemand gerechnet. Bitter.

Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl (1), Elísson (3), Struck, Gojun (1), Nenadic (7/1), Tönnesen (2, eine Zeitstrafe), Plaza (3), Lindberg (1/1), Zachrisson (6), Fäth (1, eine Zeitstrafe), Reißky, Drux (4)

Bergischer HC: Gustavsson, Rudeck, Preuss (4, drei Zeitstrafen), Hoße (5, eine Zeitstrafe), Gunnarsson (5/1), Nippes (zwei Zeitstrafen), Artmann, Hermann (2), Babak (5), Bettin (2/2), Vilovski (1), Szilagyi, Criciotoiu (7)

Quelle: Dennis Schwarz / Füchse Berlin