Sündenbock

Zunächst einmal ist das Phänomen in einer liberalen Stadt wie Berlin ja doch sehr ironisch: Ein Großteil der Bevölkerung demonstriert regelmäßig mit voller Lautstärke gegen Rassismus und die Diskriminierung von Minderheiten auf den Straßen.

Und ausgerechnet hier findet die Konstruktion eines Feindbildes („die Touristen“), das für alles, was falsch läuft, verantwortlich gemacht wird, so viel Zuspruch. „Das ist so eine Art Pauschalisierung, wie das immer so bei Kategorisierungen ist. Man nimmt eine Personengruppe und ordnet ihnen Probleme zu.

Zum Beispiel, dass sie unordentlich seien oder zu laut oder zu viel feiern würden und so weiter. Aber das trifft überhaupt nicht auf alle zu, die zu dieser Gruppe gehören. Genauso gibt es auch viele Berlinerinnen und Berliner, die den Müll irgendwo hinwerfen oder laut feiern“, sagt David Schuster, Mitglied der Gruppe „Andere Zustände ermöglichen“, in einem Interview mit dem Radiosender BLN FM.

Quelle: BerlinOnline/Linda Schneider