Zero Days
HANDOUT - Eine Szene aus dem Film «Zero Days» (undatierte Filmszene). Der Film von Alex Gibney läuft im Wettbewerb der Berlinale. dpa

Berlinale Filmtipp: Gibneys Dokumentation "Zero Days" über eine Cyberwaffe die ganze Staaten lahm legen kann

Stichworte: Berlinale Film

Es ist soweit: Zum 66. Mal beginnt diese Woche der Wettbewerb um den begehrten Goldenen Bären. Bei dem doch sehr vielfältigen Programm, hat BerlinOnline sich nach Höhepunkten umgeschaut und ist fündig geworden.

Der oscarprämierte Dokumentarist Alex Gibney geht in "Zero Days" dem Phänomen Stuxnet nach, einem sich selbst replizierenden Computervirus, der 2010 von internationalen IT-Experten entdeckt wurde. In Gibneys Film berichten Insider von der Entwicklung des Programms mit dem Decknamen „Olympic Games“ – einer Software, die im Bruchteil von Sekunden die Infrastruktur ganzer Staaten lahmlegen kann, ohne Spuren zu den Verantwortlichen zu hinterlassen.

Das Stuxnet-Prinzip: Die Geschichte eines hochgefährlichen Quellcodes

Offenbar von den Regierungen der Vereinigten Staaten und Israels in Auftrag gegeben, sollte die Schadsoftware gezielt das iranische Atomprogramm angreifen. Doch der komplexe Computerwurm befiel nicht nur das eigentliche Ziel, sondern verbreitete sich unkontrolliert. Bis heute von offizieller Seite geleugnet, wurde Stuxnet von zwei Verbündeten erschaffen, die jeweils ihre eigenen Pläne verfolgten und die damit die Büchse der Pandora im Cyberkrieg öffneten.

Der Virus war vermutlich über verseuchte USB-Sticks in die Steuerungsrechner iranischer Uran-Anreicherungsanlagen eingeschleust worden und hatte durch feine Manipulationen Hunderte, für das iranische Atomprogramm wichtige, Zentrifugen zerstört.
Klar ist, dass Stuxnet mit großer Expertise mit Einbindung verschiedener Fachrichtungen geschrieben wurde. Das Projekt wurde höchstwahrscheinlich von konventionellen Spionen unterstützt, die geholfen haben, die Ziele auszuwählen und den Wurm zu verbreiten.

Die Geschichte eines Quellcodes, der außerhalb des Cyberspace schweren Schaden anrichtete, wird zur warnenden Erzählung von den Gefahren entfesselter Technologien und unkontrollierter politischer Macht.

Alex Gibney als Ikone des Dokumentarfilms

Alex Gibney ist laut New York Times Magazine einer der erfolgreichsten Dokumentarfilmer Amerikas. Seine Filme wurden vielfach ausgezeichnet. Bekannte Dokumentationen von ihm sind "We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte", ein Film über die Geschichte der Enthüllungsplattform WikiLeaks und dessen Sprecher Julian Assange und "Steve Jobs: Man in the Machine" über den Mitgründer und CEO von Apple.

Vorstellungen:

Berlinale Palast: Mi, 17.02. 16:00 Uhr
Friedrichstadt-Palast: Do, 18.02. 09:30 Uhr,
Fr, 19.02. 12:15 Uhr
International: Fr, 19.02. 22:30 Uhr

Quelle: BerlinOnline/ Berlinale