Zahl der Kundgebungen gegen Flüchtlinge ist zurückgegangen

Mit dem großen Zustrom von Flüchtlingen schnellte auch die Zahl der fremdenfeindlichen Kundgebungen in Brandenburg in die Höhe. Im vergangenen Sommer hat sich die Lage wieder beruhigt.

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der rechtsextremen und fremdenfeindlichen Kundgebungen ist im vergangenen Jahr auch nach offizieller Zählung nach der Schließung der Balkan-Route deutlich zurückgegangen. Zwar gab es im gesamten Jahr 2016 mit 171 Demonstrationen nur einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise (202 Veranstaltungen). Die meisten rechten Kundgebungen (132) gab es aber im ersten Halbjahr 2016, wie das Innenministerium auf eine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige mitteilte. Im zweiten Halbjahr wurden dann noch 39 rechtsgerichtete Aktionen auf den Straßen gezählt.

«Das mag auf den ersten Blick beruhigen. Klar ist aber auch, dass das nicht bedeutet, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Teilen der Bevölkerung auf einmal verschwunden sind», sagte Johlige zu den Ergebnissen. Vor allem die NPD versuche weiterhin, fremdenfeindliche Ressentiments in der Bevölkerung zu schüren.

Sorgen machen Johlige auch zunehmende Aktivitäten von Neonazis in der Rechtsrock-Szene. «Vier verhinderte und zwei stattgefundene Konzerte im 2. Halbjahr 2016 in Brandenburg zeigen, dass es den Versuch gibt, die Szene über Konzerte zu vernetzen.»

In der vergangenen Woche hatte bereits das Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum über einen Rückgang der rechten Straßenaktionen im vergangenen Jahr berichtet. Die Forscher zählten aber nur die Veranstaltungen ab 50 Teilnehmern und kamen so auf eine Gesamtzahl von 100 rechten Demonstrationen im vergangenen Jahr.

Letzte Änderung: Dienstag, 31. Januar 2017 10:22 Uhr
Quelle: dpa
(Bilder: dpa; BerlinOnline)