Schild an Zaun vor einer Berliner Polizeiakademie
Schild an Zaun vor einer Berliner Polizeiakademie. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv dpa

Bericht zu Polizeiakademie: Verstöße im Einzelfall

Ausbilder an der Berliner Polizeiakademie bemängeln an Polizeischülern, dass Sozialtugenden wie Pünktlichkeit, Höflichkeit oder die Bereitschaft zur Anstrengung «nicht mehr in sehr hohem Maße» da seien. Massive Störungen an der Akademie gebe es nicht, aber «gravierende Verstöße im Einzelfall», wird die Meinung von Lehrkräften im Untersuchungsbericht der Berliner Polizeiführung wiedergegeben.

Zitiert wird auch aus einer Einschätzung an der Akademie, dass es in jeder Klasse ein bis zwei Auszubildende gebe, deren Verhalten als nicht zufriedenstellend, «wenn nicht gar problematisch» angesehen werde. Die Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) gefordert.

Anonym geäußerte Vorwürfe zu den Zuständen an der Ausbildungsstätte für den mittleren Dienst hatten tagelangen Wirbel und eine Sondersitzung des Innenausschusses ausgelöst. Die Rede war von Disziplinlosigkeit, Lernverweigerung und Aggression in einer Klasse mit vielen Schülern aus Einwandererfamilien. Eine Unterwanderung der Akademie durch kriminelle Clans hatten sowohl Geisel als auch Polizeipräsident Klaus Kandt kategorisch ausgeschlossen.

Jetzt heißt es in dem Bericht, der hohe Anteil von Polizeischülern aus Zuwandererfamilien sei nicht Ursache für problematisches Verhalten. Am Montag ist im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses eine Anhörung zur Polizeischule geplant. Mitarbeiter der Akademie sollen Fragen der Parlamentarier beantworten.

Letzte Änderung: Donnerstag, 7. Dezember 2017 13:50 Uhr
Quelle: dpa

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(Bilder: BerlinOnline; dpa)