Das Eingangsportal der Garnisonkirche
Das Eingangsportal steht am früheren Standort der Garnisionkirche. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv dpa

Baustart für Garnisonkirche für Ende Oktober geplant

Der umstrittene Wiederaufbau der Garnisonkirche soll am 29. Oktober mit einem Gottesdienst auf der Baufläche in der Potsdamer Innenstadt gestartet werden. Ende Oktober solle mit den Arbeiten für das Fundament des knapp 90 Meter hohen Kirchturms begonnen werden, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg am Donnerstag. Finanziert ist bislang nur eine gut 26 Millionen Euro teure, abgespeckte Version des Turms. Für eine Wiedererrichtung des Kirchenschiffs gibt es noch keine Pläne.

Die Garnisonkirche, die als Hauptwerk des preußischen Barock gilt, war 1968 auf Geheiß der DDR-Regierung gesprengt worden, obwohl sie trotz Kriegsschäden nicht einsturzgefährdet war. Gegen den Wiederaufbau wenden sich eine Bürgerinitiative und eine Initiative evangelischer Christen. Beide argumentieren, dass das Gotteshaus in Preußen als Militärkirche diente, in der Krieg gepredigt und Soldaten auf Gehorsam bis in den Tod eingestimmt worden seien.

Auch die NS-Vergangenheit spielt eine wesentliche Rolle in der Diskussion: Die Garnisonkirche war im März 1933 die Kulisse für den «Tag von Potsdam», als mit dem Handschlag zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg «das verheerende Bündnis zwischen konservativem Bürgertum, preußischem Militär und Nazi-Führung mit kirchlichem Zeremoniell besiegelt wurde», wie es in einer Erklärung der Christen-Initiative heißt.

Letzte Änderung: Donnerstag, 12. Oktober 2017 15:10 Uhr
Quelle: dpa

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(Bilder: BerlinOnline; dpa)