Studie: Erderwärmung kann Farbe großer Seen beeinflussen

Blau wird blauer, grün grüner: Forscher haben eine Neigung von großen Seen entdeckt, sich bei Erwärmung intensiver zu färben. Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung sei zu erwarten, dass blaue Seen in Zukunft blauer und grüne Seen grüner werden, erklärte Studienautor Benjamin Kraemer vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Wie er mit Kollegen im Fachblatt «Scientific Reports» berichtet, hängt dies mit dem Gehalt an sogenanntem Phytoplankton in den Seen zusammen. Das sind kleinste Lebewesen, die Photosynthese betreiben, wie Kieselalgen und Cyanobakterien.

Warme Jahre können der Studie zufolge dazu führen, dass sich die jeweilige Ausgangslage im See verschärft: Der Reichtum oder die Armut an Phytoplankton neige jeweils dazu, zuzunehmen. Zu dem Schluss kommen die Forscher anhand von Analysen von Satellitenbildern aus den Jahren 2002 bis 2016 mit Blick auf rund der 190 größten Seen der Welt.

Beide Extreme können negative Folgen haben: Algenblüten zum Beispiel können zu verseuchtem Trinkwasser führen. Gibt es hingegen zu wenig Phytoplankton, fehlt Fischen die Nahrungsgrundlage. Die Farbveränderungen könnten als Indikator dienen, um etwas gegen Verschlechterungen der Wasserqualität zu unternehmen, so die Forscher.

Letzte Änderung: Mittwoch, 27. September 2017 07:35 Uhr
Quelle: dpa

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(Bilder: BerlinOnline; dpa)