Berliner Landgericht
Berliner Landgericht. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv dpa

Vorbestrafter Sexualtäter schweigt vor Gericht

Berlin (dpa/bb) – Ein vorbestrafter Sexualtäter, der erneut einen Jungen missbraucht haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht zunächst geschwiegen. Der 38-Jährige stand unter Führungsaufsicht, als er sich zwischen Frühjahr 2016 und Ende Februar 2017 an einem Achtjährigen vergangen haben soll. Bei dem Kind habe es sich um den Sohn einer Bekannten des Mannes aus Jugendtagen gehandelt. Der Angeklagte werde sich möglicherweise am zweiten Tag zu den Vorwürfen äußern, kündigte die Verteidigerin zu Prozessbeginn am Dienstag an.

Der Beschuldigte hatte bis Januar 2014 mehr als vier Jahre Haft verbüßt. Bei seiner Entlassung kam er unter Führungsaufsicht. Ihm sei unter anderem verboten worden, sich Minderjährigen zu nähern, heißt es in der Anklage. Dennoch habe er bereits im Winter 2015/2016 Kontakt zur Familie des Geschädigten aufgenommen und schnell ein Vertrauensverhältnis aufbauen können. Fünfmal soll es zu sexuellen Übergriffen auf den Jungen gekommen sein.

Der anfangs Achtjährige hatte sich Angaben zufolge gegenüber seiner Mutter offenbart, die Anzeige erstattete. Am ersten Prozesstag kam es zu einem Verständigungsgespräch zwischen allen Beteiligten - «um dem Jungen eine erneute Vernehmung zu ersparen», hieß es. Das Gericht will am zweiten Verhandlungstag am 9. Oktober einen Vorschlag für einen Strafrahmen im Falle eines Geständnisses unterbreiten.

Letzte Änderung: Donnerstag, 21. September 2017 00:44 Uhr
Quelle: dpa

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(Bilder: BerlinOnline; dpa)