Eine Kelle mit der Aufschrift "Einsatz Feuerwehr"
Eine Kelle mit der Aufschrift "Einsatz Feuerwehr". Foto: Armin Weigel/Archiv dpa

S-Bahn-Verkehr am Treptower Park läuft wieder an

Nach dem Brandanschlag auf S-Bahn-Gleise am Bahnhof Treptower Park ist der entstandene Schaden repariert. Wie die Bahn am Dienstagnachmittag mitteilte, läuft der S-Bahn-Verkehr zwischen Treptower Park und Baumschulenweg wieder an. Zunächst fahre nur die S9 im 20-Minuten-Takt, im Laufe des Nachmittags kämen dann auch die S8 und S85 wieder dazu. Unbekannte hatten am Montag einen Kabelbrand an dem Bahnhof im Stadtteil Treptow gelegt. Seitdem war die Strecke blockiert. Deutschlandweit hatte es zeitgleich zahlreiche ähnliche Brandanschläge gegeben.

Berlin (dpa/bb) - Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben Unbekannte in Berlin und weiteren Bundesländern Feuer an Bahnanlagen gelegt. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei in den Ländern nahm die Ermittlungen auf. Ein mögliches Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene wird geprüft.

In der Nacht zum Montag waren laut Bundesinnenministerium 13 Anschläge verübt worden. Zudem seien zwei Brandsätze vor einer Zündung sichergestellt worden, teilte die Bundespolizei mit. Betroffen waren neben Berlin Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen.

Ziel waren vor allem Kabel an Bahnstrecken, in Berlin wurde ein Kabelschacht am S-Bahnhof Treptower Park zum Tatort. Dort bemerkte eine Bahn-Aufsicht am frühen Morgen starken Rauch neben den Gleisen. Menschen wurden dadurch nicht verletzt. Züge auf mehren S-Bahn-Linien fielen aber aus, viele Berliner und Brandenburger kamen zu spät zur Arbeit.

Seit Montagnachmittag fährt die Ringbahn nach Bahn-Angaben wieder im Fünf-Minuten-Takt. Gesperrt bleibt bis Dienstagabend die Strecke zwischen Baumschulenweg und Treptower Park. Fahrgäste müssen den Bereich umfahren oder auf Linienbusse umsteigen.

Ein Ministeriumssprecher sagte, die Kabelbrände gingen auf unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zurück. Täter wurden bislang nicht gefasst.

Auf der Website linksunten.indymedia.org tauchte ein mögliches Bekennerschreiben auf. Bei der Polizei hieß es, das Schreiben sei bekannt und werde geprüft.

Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel. Linksextremisten hatten wiederholt Aktionen und Anschläge für die Zeit vor dem G20-Gipfel angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins «Raster». Es sei aber noch unklar, ob es authentisch sei. Auf Indymedia sind auch schon falsche Bekennerschreiben aufgetaucht.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden Gipfel gebe.

Generell sei ein Zusammenhang zwischen den Angriffen und linken Protesten gegen den G20-Gipfel möglich, hieß es aus den Sicherheitskreisen. «Angriffe auf die Infrastruktur passen ins Muster linksextremistischer Mobilisierung vor dem G20-Gipfel.»

Es waren nicht die ersten Anschläge dieser Art auf technische Bahnanlagen. Im Mai 2011 war nach einem Feuerangriff auf eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein großer Teil des Nahverkehrs zusammengebrochen. Die Polizei hielt ein im Internet verbreitetes Bekennerschreiben aus der linksautonomen Szene für authentisch. Demnach wollte eine Gruppe mit dem Namen Hekla mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren.

Letzte Änderung: Dienstag, 20. Juni 2017 15:20 Uhr
Quelle: dpa

Weitere Meldungen

(Bilder: BerlinOnline; dpa)