BerlinOnline.de

Komfort für Senioren
Viel Platz für den Rollstuhl und bodentiefe Fenster: Nicht jede Wohnung bietet so viel Komfort für Senioren. © dpa

Wohnen: So wird die Wohnung altersgerecht

Wenn im Alter die Hände zittern und der Rücken schmerzt, gilt es, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und die Wohnung möglichst bequem zu gestalten, damit das Zuhause nicht zum Parcours wird.

Bis 2050 wird sich in Deutschland die Altersgruppe 80 plus auf zehn Millionen Menschen verdreifachen. Kurzfristig werden 2,5 Millionen altengerechte Wohnungen gebraucht, hat der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) in Berlin festgestellt. Die größte Herausforderung dabei sei das Anpassen der bereits bestehenden Wohnungen an eine alternde Bevölkerung. Ein solcher Umbau ist eine große Investition für so manches knappe Rentnerbudget, doch es erleichtert den Alltag.

Lifte und Rampen sind besser als Treppen

Ziel eines altersgerechten Umbaus ist an erster Stelle die Barrierefreiheit: Also möglichst keine Stufen, sondern ein Lift im Treppenhaus oder Rampen im Eingang. Machen kann man hier viel - und vieles falsch. Der Bundesverband Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (BGV) in Bonn rät etwa in seiner Broschüre «Barrierefrei Bauen und Wohnen» eine Rampe nicht zu steil zu bauen. Sie sollte zudem am oberen und unteren Ende eine ebene Fläche von 1,50 mal 1,50 Meter aufweisen.

Griffe geben besseren Halt

Wer noch fit zu Fuß ist, könne sich das Treppensteigen mit breiten, geraden Blockstufen erleichtern. «Wichtig ist, dass es Handläufe auf beiden Seiten einer Treppe gibt», sagt Achim Fuchs, Architekt für senioren- und behindertengerechte Planung aus Bonn. «Auch neben Toiletten und an der Badewanne sollte es Griffe geben.» Zwischen den Räumen sollte es keine Schwellen geben, damit man im Bedarfsfall auch mit Gehhilfe oder Rollstuhl zurechtkommt. «Schon einen Absatz von fünf bis sieben Millimetern schafft ein Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe, geschweige denn ganze Zentimeter.»

Steckdosen müssen leicht erreichbar sein

Nach der Bewegungsfreiheit kommt der Wohnkomfort: Senioren sollten sich nicht zu Steckdosen und Schaltern herunterbücken müssen - eine erreichbare Höhe ist laut BGV rund 85 Zentimeter über dem Boden. In der Küche sollten Arbeitsplatte und Spülbecken unterfahrbar sein, dies gilt auch im Bad für das Waschbecken. Duschen sollten niveaugleich gestaltet werden.

Möbel verrücken schafft Platz

Aber es müssen nicht immer große Umbauten sein, auch kaum merkliche Veränderungen erleichtern den Alltag. Wenn die Schritte schwerer fallen, hilft zunächst schon das Beheben von kleinen Stolperfallen wie in den Laufweg ragende Möbel. Fuchs rät: Man sollte überlegen, welche Möbel man wirklich braucht oder in welcher Kommode nur lange nicht benutzte Dinge gelagert werden. «So ein Stück wird aussortiert, um mehr Platz zu haben.»

Barrierefreies Bauen nach DIN-Norm

Komfort für Senioren wollen auch die kürzlich umgearbeiteten Vorschriften zum barrierefreien Bauen und Wohnen fördern, die in der DIN 18 040 zusammengefasst wurden. Diese muss bereits bei Neubauten angewandt werden. Ein guter Schritt, sagen die Experten. «Das Feld ist damit ausgeweitet worden», sagt Vera Schmitz, Präsidentin des Bundes deutscher Innenarchitekten. «Erstmals sind nun auch sensorische Anforderungen wie Hören, Sehen und Tasten und nicht nur Mobilitätseinschränkungen zu berücksichtigen.»

Technik für die Seniorenwohnung dpa

Wohnen im Alter: Zukunftstechnologie für Senioren

Um das Leben für Senioren einfacher und sicherer zu machen, gibt es neue Technologien, welche alltägliche Dinge automatisieren. Die Technik kommt gut an, doch es wird noch dauern, bis sie sich durchgesetzt hat. Mehr

Quelle: dpa
(Bilder: dpa; Hilde Vanstraelen/ www.sxc.hu ; www.d-c-fix.de )