Oktoberfest in bayerischer Gemütlichkeit oder wie am Ballermann- auf das Festzelt kommt es an.
Beim Oktoberfest in München heißt es «O'zapft is!»!
Wer vom 18. September bis 4. Oktober 2010 zum 200.Geburtstag der "Wiesn" in die bayrische Landeshauptstadt reist, sollte sich überlegen, in welcher der 14 großen Festhallen er seine Maß trinken will. Je nachdem, in welchem der großen Festzelte man feiert, steht bayerische Gemütlichkeit auf dem Programm - oder eine Party wie am Ballermann.
Für die Prominenz: Hippodrom oder Käfer-Zelt
Das Hippodrom am Haupteingang versteht sich als Promi-Zelt. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael in der Schlange. Noch exklusiver geht es in Käfer's Wiesnschänke zu. Hier geben sich Fußballer des FC Bayern ebenso die Ehre wie Ralph Siegel.
Auf dem größten Bierfest der Welt gibt es tatsächlich ein Festzelt, in dem das Bier nicht in Maß-Krügen ausgeschenkt wird: Im Weinzelt gibt es nur Paulaner-Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird trotzdem.
Für die Jugend: Schottenhamel und Himmel der Bayern
Im Schottenhamel sticht Münchens Oberbürgermeister Christian Ude alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an. Überwiegend strömen junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt.
Für die Reiferen: Fischer Vroni und Bräurosl
Bei der Fischer Vroni und im Traditionszelt Bräurosl gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch. In diesem vergleichsweise kleinen Festzelt feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen.
Das Hofbräu-Festzelt ist wohl das lauteste auf der Wiesn. Schon am frühen Morgen ist das Gröhlen aus dem Zelt auf dem ganzen Festplatz zu hören. Hier treffen sich Touristen aus aller Welt. Es wird getrunken, getanzt, gesungen und geknutscht.
Für die Jungen: Himmel der Bayern
Hier stößt die Jugend an: Sehr beliebt bei den jüngeren Besuchern des Oktoberfestes ist das Hacker-Festzelt mit dem Namen «Himmel der Bayern». Mit seiner weiß-blauen Decke ist es eines der schönsten Zelte auf der Wiesn.
Für die Münchner: Augustiner
Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Zur Jubiläums-Wiesn bekommt das Augustiner-Zelt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder einen 25 Meter hohen Turm.
Für die übrigen Bayern: Armbrustschützenzelt, Schützenfestzelt und Ochsenbraterei
Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Im Schützenzelt wird zum Löwenbräu-Bier die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel.
Zünftig geht es in der Ochsenbraterei zu. Seit fast 130 Jahren werden hier ganze Ochsen am Stück gebraten.
Für Jeden: Winzerer Fähndl und Löwenbräu-Festhalle
Über dem Eingang der Löwenbräu-Festhalle brüllt ein großer Löwe «Löööööwenbrääääu» und zieht damit Einheimische und «Zuagroaste» gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten.
Das Oktoberfest wird seit 200 Jahren auf dem selben Platz gefeiert. Anlass für das erste Fest war am 12. Oktober 1810 die Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese. Ein Pferderennen im Beiprogramm brachte die Initialzündung für das Oktoberfest. Die Euphorie war so groß, dass das Gelände wenig später nach der frisch vermählten Kronprinzessin «Theresienwiese» genannt wurde. Bis heute zeigt sie ihre ovale Form, die auf die Pferderennbahn zurückgeht.
Immer das gleiche Ritual
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestimmen immer die gleichen Elemente das Programm: Einzug der Wiesnwirte, Trachten- und Schützenzug, Zentral-Landwirtschaftsfest und Oktober-Landesschießen. Und dass der Bürgermeister das erste Fass ansticht mit dem Ruf «Ozapft is!».
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