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Sopot: Ein Seebad sucht seine Tradition

Einst das vornehmste Seebad Polens an der Ostsee will der charmante Kurort wieder an große Zeiten anknüpfen.

Sopot
Seebrücke in Sopot © POT
Monte Carlo des Nordens nannte man Sopot - damals noch Zoppot- vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Ort war elegant, mondän, hatte ein Spielcasino und viele Luxushotels. Damals war sie ein bevorzugtes Ziel der Gutbetuchten. Heute können sich auch Normalbürger den Aufenthalt leisten. Etwa zwei Millionen Besucher kommen im Jahr hierher und geniessen das besondere Wetter: Das Klima ist sanft und mückenfrei, das Wasser klimabedingt wärmer als an anderen Ostseestränden.

Sommerhauptstadt Polens
Sopot
Seebrücke in Sopot
Die Attraktion der Stadt ist die Seebrücke: Mehr als 500 Meter weit ragt sie ins Meer, es ist die längste Europas. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, dafür eine familiäre und von Jugendlichen geprägte Atmosphäre an einem langen feinen Sandstrand.
«Sommerhauptstadt Polens» nennen die Sopoter ihren Badeort, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Prägung als «Kurort der Werktätigen» abgestreift hat.
Schon 1823 entstand in Sopot die erste Badeanstalt und der Ort entwickelte sich schnell zum vornehmsten Seebad an der gesamten Ostseeküste. 1927 eröffnete das prächtige Grand Hotel mit Casino direkt am Strand.

Grand Hotel oder preiswerte Unterkunft
Ostseeküste Polen Badeort Sopot
Sopots Bürgerhäuser
In den vergangenen Jahren wurden viele alte Villen saniert und Sopot knüpft wieder an die großen Zeiten an. Heute managen zwei internationale Hotelketten die beiden großen Luxushotels in Strandnähe. Eines von ihnen ist das traditionelle Grand Hotel, in den früher viele Prominente übernachteten und sich auch jetzt finanzkräftige Gäste einfinden. Die meisten Urlauber aber nächtigen in einer der zahlreichen günstigen Unterkünfte.
Bereits 1823 gründete der Elsässer Johann Georg Haffner, der als Arzt in Diensten Napoleons gestanden hatte, den ersten Strandbadebetrieb mit Klima-Sanatorium. Auch heute gibt es Reha-Einrichtungen. Doch die Mehrzahl der Besucher in den Sommermonaten will Strandleben pur. Open-Air-Discos schließen manchmal erst mit Sonnenaufgang. In der 101 Jahre alten «Waldoper», finden jeden Sommer Musikfestivals statt. Sogar Elton John trat dort schon auf.

Bummeln vom Zentrum bis an den Strand
Ostseeküste Polen Badeort Sopot
Das «Betrunkene Haus» in Sopot
Zum Bummeln lädt die «Monciak» genannte Fußgängerzone ein, die durch die Stadt direkt zum Strand führt. Cafés, Restaurants, Imbisse und Boutiquen reihen sich hier in den renovierten Bürgerhäusern aneinander. Vor einem Gebäude bleiben alle Neuankömmlinge stehen: «Betrunkenes Haus» nennen es die Einheimischen. Es soll an den Stil des spanischen Architekten Antonio Gaudí erinnern.

Der exzentrische Schauspieler Klaus Kinski (1926 - 1991), der es mit Filmen wie «Fitzcarraldo» oder «Nosferatu» zu Weltruhm brachte, kam in Sopot zur Welt. An ihn erinnert eine Gedenktafel, und in seinem Geburtshaus ist ein Pub seines Namens untergebracht. Filmplakate des Schauspielers hängen hier, und seine Filme werden vorgeführt.

Ausflugsziele: Danzig und Marienburg

Nächstgelegene Ausflugsziele sind das benachbarte Danzig (Gdansk). Die Fahrt mit der «Schnellen Stadtbahn» dauert eine knappe halbe Stunde.
Marienburg
Marienburg
Etwa 60 Straßenkilometer entfernt liegt die Marienburg, eine der mächtigsten Verteidigungs- Anlagen Europas. Der einstige Ordensrittersitz ist als ein beeindruckender Backsteinbau erhalten geblieben.


Sopot im Internet:

Anreise von Berlin nach Sopot:

Mit dem Auto:
Mit dem Auto nach Danzig, dort im Zentrum der Beschilderung Sopot bzw. Gdynia nach Norden folgen, dann sind es noch rund 13 Kilometer.

Mit der Bahn:
Mit der Bahn zuerst bis Danzig oder Gdynia, dann mit dem Nahverkehrszug nach Sopot.

Mit dem Flugzeug:
Nächstgelegener Flughafen ist der Lech Walesa Flughafen in Danzig. Von dort aus sind es rund 15 Kilometer mit Bus oder Taxi.
Land: Polen
Einwohner: 34.600
Sprache: Polnisch
Währung: Zloty
Zeitzone: MEZ
Flugzeit ab Berlin: ca. 1,1 Stunden
Quelle: kra/dpa
(Bilder: picture alliance / dpa; dpa)

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