Riga: Jugendstil-Wunder an der Ostsee
Unesco Welterbe in der Altstadt und prachtvoller Jugendstil: Lettlands Hauptstadt erzählt von reichen Zeiten.
Jugendstil-Stadtvillen
© Antje Kraschinski
Riga ist die Hauptstadt Lettlands und liegt an der Ostsee, dort wo der Fluss Daugava in den Golf von Riga mündet. In der 800 Jahre alten Hansestadt lebt fast die Hälfte der lettischen Bevölkerung. Die Regierung, die größten Betriebe des Landes und zahlreiche Banken sind hier ansässig, ebenso die nationalen Kultureinrichtungen.
Welterbe in der Altstadt
Altstadt von Riga
© Antje Kraschinski
Die Altstadt ist das historische und geographische Zentrum Rigas und gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Nur die alte Stadtmauer wurde 19.Jahrhundert abgerissen, der Festungscharakter mit den engen Gassen und verwinkelten Straßen ist erhalten geblieben. Mitten in der verkehrsberuhigten Zone steht die Domkathedrale aus dem 13. Jahrhundert, in der viele Reformatoren kunstvolle Grabstätten haben.
Gilden und Schwarzhäupterhaus
Mit dem Beitritt zur Hanse im Jahr 1253 begann Rigas wirtschaftliche Entwicklung. Das aufsteigende Bürgertum aus Kaufmännern, Händlern und Handwerkern ließ repräsentative Standesvertretungen bauen wie die Große und die Kleine Gilde, die bis heute von stolzen und reichen Zeiten Rigas erzählen.
Schwarzhäupterhaus in Riga
© Antje Kraschinski
Das filigran verzierte Schwarzhäupterhaus schmückt in beeindruckender Pracht wieder den Rathausplatz seit es anläßlich der 800-Jahr-Feier im Jahr 1999 neu nachgebaut wurde. Das Original von 1334, einst Sitz von Kaufmännern, war im Krieg zerstört worden.
Land: Lettland
Einwohner: ca. 740.000
Sprache: Lettisch, weit verbreitet Russisch
Währung: Lats
Zeit: Osteuropäische Zeit=MEZ+1h
Flugzeit ab Berlin: ca. 1,4 Stunden
Jugendstil in Riga
© Antje Kraschinski
Jugendstil in Riga
Der russische Jugendstil-Architekt Michail Eisenstein wurde 1893 Baustadtrat in Riga und ließ allein rund 50 Häuser mit verschwenderisch gestalteten Fassaden bauen. Heute zählt man um die 800 Gebäude im Jugendstil, um die Elisabethstraße herum kann man lange Straßenzüge mit prunkvollen Wohnhäusern abgehen.
800 Jugendstil-Gebäude, Prachtvillen, Theater
Auch zahlreiche repräsentative Gebäude, darunter die Nationaloper, das Nationaltheater, das Kunstmuseum, die neugotische Lettische Kunstakademie sowie die Universität wurden in dieser Zeit errichtet.
Jugendstil in Riga
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Nach jahrzehntelangem Verfall ist inzwischen vieles restauriert und die weltweit größte Ansammlung von Jugendstilarchitektur begeistert mit neuer, alter Pracht. Man sieht, warum Riga in den 1920er Jahren "Paris des Nordens" genannt wurde. An der Rainastraße stehen prachtvolle Einzelvillen mit Türmen, Zinnen und Vorgärten, in denen sich viele Botschaften nieder gelassen haben.
Lettisches Liederfest in Riga
Die Letten sind passionierte Sänger, das kleine Land zählt 700 "Premium"-Chöre mit zehntausenden aktiven Sängern. Eine besondere Bedeutung haben alte und neue Volkslieder, kein Land der Welt hat mehr hervorgebracht und gesammelt. Der kulturelle Schatz wird gepflegt und praktiziert: Alljährlich im Sommer treffen sich in Riga zehntausende Sänger mit ihren Chören und vergleichen beim Lettischen Liederfest in zahlreichen Konzerten und Aufführungen ihr Können.
Straßencafé im Zentrum von Riga
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Als im Mai 1990 im Parlament von Riga über die Unabhängigkeit von der Sowjetunion abgestimmt wurde, standen tausende Letten vor dem Gebäude und sangen "Nehmt lieber meinen Kopf als mein Vaterland" – ein Höhepunkt der "Singenden Revolution" in Lettland.
Märkte und Museen
Eine Attraktion in Riga ist der farbenfrohe Zentralmarkt in ehemaligen Zeppelinhangars aus dem Ersten Weltkrieg. Händler aller Art und Bauern aus der Umgebung bieten ihre Waren an, in den Hallen gibt es Lebensmittel und alles, was man im Haushalt braucht.
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