Heiligendamm: Weiße Stadt am Ostseestrand
So elegant ist klassizistische Bäderarchitektur nirgendwo- und man kann sogar drin wohnen.
Blick von der Seebrücke Richtung Heiligendamm
© Olf Dziadek/BerlinOnline
Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Stadteil von
Bad Doberan , der direkt am Strand der Ostsee liegt. Heiligendamm war das erste und ist somit das älteste deutsche Seebad. Heute ist das über 200 Jahre alte Ensemble klassizistischer Prachtbauten ein elegantes Hotel der Luxusklasse.
Deutschlands erstes Seebad
Im Mittelpunkt der Anlage steht das klassizistische Kurhaus, dessen Seeseite einem römischen Tempel gleicht. Mächtige Säulen tragen die Vorhalle, Stuckreliefs und goldene Lettern schmücken die auch heute wieder makellos weiße Fassade.
Dunkle Wolken über dem Ostseebad Heiligendamm.
© dpa
Das Kurhaus wurde erst 1816 gebaut, gegründet wurde Heiligendamm im Jahr 1793. Weil ihm sein Arzt ein heilendes Bad und gute Seeluft verordnet hatte, ließ der mecklenburgische Fürst Friedrich Franz I. im am damaligen Sturmwall, dem "Heiligen Damm", ein Badehaus errichten. Der erste Seebad Deutschlands war gegründet, im Lauf der Zeit kamen Gästehäuser und Villen hinzu. Bis 1870 entstand ein klassizistisches Gesamtkunstwerk aus insgesamt 26 Gebäuden: die weiße Stadt am Meer.
Seebad, Sanatorium, Luxus-Hotel
Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten in Heiligendamm
© dpa
Zu DDR-Zeiten war in den Gebäuden ein Sanatorium untergebraucht, nach der Wende verfiel das Ensemble zunehmend. 1996 kaufte eine Investorengruppe weite Teile Heiligendamms und baute es zu einem Luxus-Hotel um.
Weltberühmt wurde Heiligendamm im Juni 2007 als die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten in dem Ostseebad tagten. Das Foto mit einem Strandkorb voller Staatschefs ging damals um die ganze Welt.
Schon zu früheren Zeiten kamen Mächtige und Berühmte nach Heiligendamm. Unter den Besuchern waren die Zarenfamilie und Wilhelm von Humboldt, auch Lord Nelson soll mit seiner Flotte hier vor Anker gelegen haben.
Der Heilige Damm aus norwegischem Granit
Der namensgebende Sturmwall, der "Heilige Damm" beginnt am Ortsende Richtung Börgerende. Das Stück zwischen Heiligendamm und Börgerende wurde 2003 komplett erneuert und mit 55.000 Tonnen Granit aus Norwegen verstärkt. Mit einer durchgängigen Höhe von 4,20 Meter soll nun er Sturmfluten von bis zu 2,90 Meter abhalten können. Auf dem Deich führt ein schöner Spazierweg Richtung Osten.
Mit "Molli" nach Kühlungsborn oder Bad Doberan
Um dem zunehmendem Besucherstrom gerecht zu werden, wurde schon 1862 eine Schmalspurbahn gebaut, die
Bad Doberan mit Heiligendamm verband, 1910 wurde die Strecke bis nach
Kühlungsborn verlängert. Heute ist die dampfbetriebe
Bäderbahn "Molli" eine der Attraktionen in der Gegend, eine Fahrt mit der nostalgischen Bahn sollte man sich nicht entgehen lassen.
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Anreise von Berlin nach Heiligendamm:
Mit dem Auto:
Von Berlin auf die A10 Richtung Hamburg. Von dort weiter auf die A24 Richtung Hamburg/Rostock/Kremmen. Danach weiter auf die A19 Richtung Rostock/Wittstock. Bei Ausfahrt Rostocker Kreuz die A19 verlassen und weiter auf A 20 in Richtung Lübeck/Wismar. Von dort die Ausfahrt nach Bad Doberan nehmen und dann der Ausschilderung nach Heiligendamm folgen.
Mit der Bahn:
Mit einem Regionalexpress bis Rostock dort umsteigen und weiter nach Bad Doberan, von dort aus weiter mit der Bäderbahn Molli bis Heiligendamm. Die Fahrt von Berlin aus dauert insgesamt etwa 3-4 Stunden.
Mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flugplatz ist der Flughafen Rostock-Laage
Fotostrecken:
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Heiligendamm
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Bad Doberan
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Kühlungsborn
Quelle: kra/BerlinOnline/dpa
(Bilder: dpa; picture-alliance/ dpa; picture alliance / dpa; Kultur- und Tourismusministerium Ankara)