Spickzettel im Stift oder Safttüte:Schummeltricks werden auch in der Uni benutzt. Aber Vorsicht- es drohen harte Strafen.
Die Verlockung ist groß: Handys, MP3-Player und USB-Sticks bieten viele Möglichkeiten, in Prüfungen zu schummeln. Und wer kein Freund der Technik ist, kann auf den guten alten Spickzettel zurückgreifen.
Denn auch der ist an Deutschlands Hochschulen längst noch nicht ausgestorben. Schummler müssen aber mit harten Strafen rechnen: Sie reichen bis zum Uni-Verweis. Häufig sind die Vorschriften zu Handys oder MP3-Spielern strikt: «Wer sowas am Platz hat, hat nicht bestanden». Künftig drohen im Wiederholungsfall noch härtere Konsequenzen. Dann dürfen Schummler keine Prüfung mehr machen und werden indirekt gezwungen, die Uni zu verlassen.
Fälle versuchten Betrugs nehmen zu. Zum Beispiel werden Gesetzestexte, die in Jura-Klausuren erlaubt sind, beschriftet. «Auf einigen Blättern gibt es Freiraum, wo Definitionen drauf geschrieben werden können.» Daher sehen Aufseher mittlerweile genau hin.
Aber selbst das hilft nicht immer. «Manchmal werden leere Seiten in den Blattsammlungen so präpariert, dass sie wie gedruckt aussehen», sagt Kim. Da müsse schon sehr exakt geprüft werden, was bei bis zu 250 Studierenden pro Klausur jedoch schwierig sei.
Die technischen Möglichkeiten sind für viele verführerisch, glaubt Petra-Angela Wacker, Dozentin an der Universität.
«Das Internet macht es leicht. Viele sagen: Wenn ich es kann, dann mache ich es auch.» Allerdings sei auch der Druck auf Studenten gestiegen. «Die Zahl derer, die es aus Verzweiflung tun, nimmt zu.»
In den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sind Probleme mit Schummlern fast programmiert, weil Klausuren in großen Gruppen geschrieben oder Multiple-Choice-Tests absolviert werden.
Deswegen sei es dort üblich, die Identität der Teilnehmer anhand der Ausweise zu prüfen. Schwieriger sei Tricksen in den Geisteswissenschaften, wo eigene Aufsätze verfasst werden müssen.
Heute werden viele Klausuren an Computern geschrieben. Diese elektronischen Prüfungen erfordern besondere Sicherheitsvorkehrungen, erläutert Günter Wetter vom Zentrum für Datenverarbeitung.
So ist etwa der Internetzugang blockiert. Am Anfang habe jemand versucht, sich in das System einzuhacken. Doch das habe anhand der IP-Adresse den Eindringling erkannt.
Auch an der Universität Koblenz-Landau gibt es elektronische Klausuren - und technische Sicherungen. Prüfungen werden auf einem bestimmten Betriebssystem geschrieben. «Das ist so abgespeckt, dass USB-Sticks nicht erkannt werden», erklärt Peter Ferdinand vom Institut für Wissensmedien.
«Und es gibt Aufsichtspasswörter, die erst im Klausurraum bekanntgegeben werden.» Absolut sicher könne ein System zwar nie sein, doch den meisten werde Schummeln so verleidet.
Aber auch traditionelle Tricks sind noch aktuell. «Wenn, dann ist es der Klassiker, die Notiz auf der Hand oder der Spickzettel», sagt Römer. Und ab und zu würden Studenten beim Nachschlagen auf der Toilette erwischt. Diese Taktik kennt auch Britta Feyerabend, die wie Wacker Dozentin an der Universität in Mainz ist: «Ich merke bei mancher Klausur, dass der Harndrang erhöht ist.»
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