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Studieren und ohne Abitur
Ein Platz unter Studenten - früher schwierig ohne Abitur. Heute steigt die Zahl der Möglichkeiten, auch über Berufsabschluss und erfahrungen den akademischen Weg zu betreten. Foto: Jens Schierenbeck © dpa

Studium ohne Abitur: Zahl der Studienanfänger ist gestiegen

In Deutschland sollen sich Universitäten auch für beruflich qualifizierte und Meister öffnen. Das fordern Unternehmen und Gewerkschaften schon seit längerem. Nun steigen die Zahlen der Studienanfänger ohne Abitur langsam an.

Die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife hat sich binnen fünf Jahren verdreifacht. Sie ist in der Zeit von 2007 bis 2011 von 3940 auf 11.907 gestiegen. Das teilt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit. Insgesamt liegt der Anteil der Studienanfänger ohne Abitur und Fachhochschulreife in Deutschland jetzt bei 2,3 Prozent- ein Zuwachs von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Studienanfänger ohne Abitur hat Nordrhein-Westfalen (4,7 Prozent). Auf Rang zwei folgt Mecklenburg-Vorpommern (3,7 Prozent), auf Rang drei Berlin (3,3 Prozent). Schlusslicht ist das Saarland mit 0,5 Prozent.

Erstsemester ohne Abitur gibt es hauptsächlich im Westen

Fast 90 Prozent der Erstsemester ohne Abi oder Fachhochschulreife sind an einer westdeutschen Hochschule eingeschrieben: 2011 betrug ihre Zahl 11.025- in den neuen Bundesländern waren es nur 882.

Berufsabschluss ist meist erforderlich

Für das Studieren ohne Abitur ist neben einem Berufsabschluss meist die Berufserfahrung mehrerer Jahre gefordert. In Deutschland gibt es mindestens 4000 Studiengänge, in die sich Bewerber ohne Abi und Fachhochschulreife einschreiben können. Diese soll ein neuer Online-Studienführer www.studieren-ohne-abitur.de des CHE und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft verzeichnen.

Seit 2009 ist der Hochschulzugang ohne Abitur einfacher

Infolge des Bildungsgipfels von Bund und Ländern hatte die Kultusministerkonferenz 2009 den Hochschulzugang für Meister und beruflich Qualifizierte ohne Abitur wesentlich erleichtert. Nach anfänglicher Zurückhaltung machen Hochschulen vermehrt spezifische Studienangebote für diese Zielgruppen.

Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt Deutschland hinterher

Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Anteil der Studienanfänger ohne Abitur in Deutschland immer noch gering. Etwa in Schweden haben mehr als ein Drittel der Studenten keine klassische Hochschulreife und schaffen es über ihre berufliche Qualifizierung ins Studium.

Quelle: dpa
(Bilder: Faakhir Rizvi/ www.sxc.hu ; Bob Smith/ www.sxc.hu ; sanja gjenero / www.sxc.hu ; Acer)