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Überstunden
Das Problem breitet sich aus: Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrem Job überfordert. © dpa

Stress im Job: Psychische Erkrankungen nehmen zu

Arbeitnehmer fühlen sich in ihrem Job immer öfter überfordert und leiden unter psychischen Erkrankungen.

Eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Dezember 2010 ergab, dass etwa jeder achte Arbeitnehmer in Deutschland sich in seinem Job überfordert fühlt. Dementsprechend äußerten sich 13 Prozent der Befragten. Im ersten Quartal 2010 sagte erst jeder Neunte (11 Prozent), dass Überforderung mit Blick auf seinen Arbeitsplatz die größte Herausforderung sei. Im Auftrag der Firma JOB AG wurden insgesamt 1141 Berufstätige befragt.

Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung

Krisenstimmung ist angesichts des Wirtschaftaufschwungs dagegen weniger verbreitet: Nur noch gut ein Drittel (34) fürchtet, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland ihnen beruflich zu schaffen machen wird. Im ersten Quartal 2010 war das noch bei fast der Hälfte (45) der Fall. Etwas verbreiteter ist die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung: Über diesen Punkt sorgen sich derzeit 36 Prozent. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als Anfang 2010, aber 4 Punkte mehr als im dritten Quartal des vergangenen Jahres.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei der Bewertung der wirtschaftlichen Situation des eigenen Arbeitgebers. Sie nennt aktuell jeder Vierte (26) als größte Herausforderung für seinen Arbeitsplatz. Damit ist der Wert im Jahresverlauf um einen Punkt gesunken, seit dem dritten Quartal aber um einen Punkt gestiegen.

Psychische Erkrankungen nehmen zu

Auch die Anzahl der Arbeitnehmer, die unter psychischen Erkrankungen leiden, ist gestiegen. Jeder fünfte Erwerbstätige hat wegen zu großer Anforderungen am Arbeitsplatz psychische Störungen. Das ergab eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Zu den größten Belastungen zählen ständige Erreichbarkeit, Termindruck oder «SMS-Flut», besagt die Auswertung. Dabei wurden die Daten von 3,4 Millionen Berufstätigen und Arbeitslosengeld-I-Empfängern durch die TK untersucht.

Die aus jobbedingtem Stress resultierende chronische Erschöpfung wirkt sich der TK zufolge auch deutlich auf die Unternehmen aus: Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den letzten vier Jahren um 33 Prozent zugenommen. Die Menge der deswegen verordneten Antidepressiva stieg um 41 Prozent. Für Unternehmen bedeute das nicht nur sinkende Motivation, sondern in der Folge auch eingeschränkte Leistungsfähigkeit und lange Ausfallzeiten der betroffenen Mitarbeiter.

Quelle: aja/dpa
(Bilder: Faakhir Rizvi/ www.sxc.hu ; Bob Smith/ www.sxc.hu ; sanja gjenero / www.sxc.hu ; Acer)