Fußballtrainer: Erfolgsdruck gehört dazu
Fußballtrainer wie Friedhelm Funkel (im Bild) brauchen für ihren Job unter anderem Ehrgeiz und starke Nerven. dpa

Fußballtrainer: Verein und Mannschaft zum Erfolg führen

Fußball spielen sollte man schon können, ansonsten braucht man für den Beruf als Fußballtrainer die richtige Mischung aus Autorität und Teamplayer.

«Man muss das Spiel lieben», sagt Eckhart Krautzun. «Man muss besessen sein. Und starke Nerven haben.» Krautzun ist seit 40 Jahren Fußballtrainer, war verantwortlich für Vereine im Profi- und Amateurbereich sowie für Nationalteams. Wer in dem Beruf Erfolg haben möchte, braucht viel Ehrgeiz und einen starken Willen. Er muss aber auch mit Niederlagen umgehen können.

«Oft zählen ja nur die drei Punkte», erklärt Krautzun, der heute Trainer aus Entwicklungsländern ausbildet. Das sei damals wie heute gleich. Was sich aber verändert habe: Früher war der Trainer Chef und Alleinverantwortlicher. «Manchmal auch ein bisschen Diktator.» Heute seien eher Teamfähigkeit und Organisationstalent gefragt.

Berufsbild: Was macht ein Fußballtrainer?

Der Fußballtrainer ist oft für einen großen Stab verantwortlich, vom Co-Trainer bis zum Physiotherapeuten. «Das erfordert ein hohes Maß an Kommunikationsgeschick», sagt Krautzun. Auch die Ansprachen an die Mannschaft sind wichtig: «Die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt können dem Team Motivation geben oder Nervosität nehmen.»

«Ein Trainer ist wie ein Dirigent», sagt Frank Wormuth, Leiter der Trainerausbildung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Neben Fachwissen über Taktik, Trainingslehre, Sportmedizin und Psychologie seien Führungsqualitäten gefragt. Mitunter 25 Spieler sollen sich schließlich einem sportlichen Ziel verpflichten.

Voraussetzungen: Was sollte ein Fußballtrainer mitbringen?

Ausstrahlung und Charisma sind deshalb Krautzun zufolge wichtig für die Arbeit in der Coaching-Zone. Denn gefragt sind starke Persönlichkeiten: Gegenüber seiner Elf müsse ein Trainer seinen Mann stehen, nach schlechten Leistungen sich und die Spieler verteidigen. Hoher Erfolgsdruck gehört zur Arbeit, Stress und kleinere Konflikte sind im Sport normal. «Sensibelchen haben da nichts verloren.»

Eine Mannschaft zu formen und auf Ziele hin vorzubereiten, sei das Reizvolle am Beruf, ergänzt Friedhelm Funkel, Trainer des VfL Bochum. «Nicht jeder kann aber gleich erfolgreich sein.» Jungen Trainern rät Funkel, geduldig und beharrlich zu bleiben.

Ausbildung zum Fußballtrainer

Die erste Stufe auf dem Weg zum Trainer ist die Qualifizierung als Teamleiter. Sie genügt für A-Jugend- oder Seniorentrainer im unteren Amateurbereich. Darauf folgen die Scheine C und B für höhere Juniorenteams und Stützpunkt-Trainer. «Beim A-Lehrgang trennt sich dann die Spreu vom Weizen», sagt Frank Wormuth. Wer besteht, darf alle Amateur-, Frauen- und Juniorenteams trainieren. Der Fußball-Lehrer ist die höchste Stufe: Der Lehrgang befähigt zur Arbeit in Lizenzvereinen und Verbänden sowie zur Leitung von Nachwuchszentren.

Berufschancen eines Fußballtrainers

Der Einstieg in den Beruf gelingt oft über den Junioren-Bereich. «Dort kann man sich als Trainer verwirklichen und viel bewegen», sagt Andreas Bergmann, Nachwuchsleiter und U23-Trainer beim Bundesligisten Hannover 96. Ein Platz auf der Trainerbank in Bundesliga-Stadien wird für die meisten dagegen ein Traum bleiben.

Wer Amateure trainiert, muss flexibel und kompromissbereit sein, sagt Olaf Thon. Der Ex-Schalker ist heute Chef des VfB Hüls in der fünften Liga. Einige Spieler könnten nicht immer trainieren, weil sie berufstätig sind. Auch sei es wichtig, den Spaß am Fußball hochzuhalten. «Die Spieler müssen gern zum Training kommen.»

Quelle: dpa
(Bilder: Faakhir Rizvi/ www.sxc.hu ; Bob Smith/ www.sxc.hu ; sanja gjenero / www.sxc.hu ; Acer)