Mediengestalter
Mediengestalter arbeiten viel am Computer- sie brauchen daher eine Menge technisches Know-how. dpa

Mediengestalter: Ausbildungsberuf für technikaffine Kreative

Bücher, Zeitungen oder Internetseiten gestalten- das klingt kreativ und abwechslungsreich. Im Alltag müssen sich Mediengestalter aber den Kunden anpassen- und sollten vor allem PC-Programme beherrschen.

Die Kombination aus «Medien» und «Gestalter» klingt für viele junge Leute so verlockend, dass es inzwischen einen regelrechten Ansturm auf Ausbildungsplätze zum Mediengestalter gibt. «Es sind diese zwei Begriffe, die in der Berufsbezeichnung Mediengestalter stecken und die bei vielen Jugendlichen einen regelrechten Hype auslösen,» sagt Theo Zintel vom Bundesverband Druck und Medien in Wiesbaden. Die Zahl der angehenden Mediengestalter ist deshalb stark angestiegen. Gab es 2007 noch 3300 Auszubildende, sind es derzeit bundesweit etwa 10.000 Lehrlinge.

Voraussetzungen für den Beruf Mediengestalter

Längst nicht jeder eignet sich aber für diesen Beruf. «Es ist nicht damit getan, gut malen und zeichnen zu können», sagt Zintel. «Man muss auch die Technik und Programmiersprachen beherrschen.» Viele junge Leute hätten ein falsches Bild vom Beruf des Mediengestalters. «Es gibt heute nicht mehr die bleistiftkauenden Kreativen, die mal eben irgendetwas entwerfen, was dann auf allen Plakaten erscheint- ohne Technik geht heute gar nichts mehr.» Mancher Bewerber stelle sich die Arbeit zu einfach vor. Und die eigene Kreativität lasse sich auch nur bedingt ausleben. «Der Wunsch des Kunden steht über allem, und den hat man zu respektieren.»

Ausbildung zum Mediengestalter

Bewerber müssen sich zunächst entscheiden, ob sie die dreijährige Ausbildung im Bereich «Bild und Ton» oder «Digital und Print» absolvieren wollen. Im zweiten Fall unterteilt sich die Ausbildung in die drei Fachrichtungen «Beratung und Planung», «Konzeption und Visualisierung» sowie «Gestaltung und Technik».

Mediengestalter Mediengestaltern gestalten zum Beispiel Kataloge. dpa

Vorher Praktikum machen

Bevor sie sich um eine Lehrstelle bewerben, sollten Jugendliche nach Zintels Ansicht aber erstmal ein Praktikum machen. Alternativ empfehle es sich, vorab einmal einen kleineren Internet-Auftritt zu gestalten. Solche «Schnupper-Arbeiten» zeigten einem, ob man in der Lage ist, zielgruppenorientiert zu arbeiten und eigene Einfälle auch einmal zurückzustellen.

Aufgaben eines Mediengestalters

Das sieht auch Heike Krämer vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn so. Natürlich könne man als Mediengestalter kreativ sein. Letztlich gelte aber auch in diesem Beruf die Regel: Der Kunde ist König. «Und wenn sich der Kundenwunsch nicht mit den Vorstellungen des Mediengestalters deckt, wird es schwierig.» Der Beruf sei aber spannend und abwechslungsreich. Denn die gestalterische Arbeit umfasst neben Büchern und Zeitungen auch Prospekte, Werbung und Internetseiten. Mediengestalter können daher im Marketing arbeiten, aber auch in Kommunikationsabteilungen, Designstudios und Unternehmen der Druck- und Medienwirtschaft.

Schriftsetzer, Reprograf und Druckvorlagenhersteller zugleich

Auch Heike Krämer rät Bewerbern, sich nicht von der Berufsbezeichnung blenden zu lassen. «Ein schicker Name eines Berufes ist nicht alles.» In ihm wurden klassische Berufe aus der Druckvorstufe wie Schriftsetzer, Reprograf und Druckvorlagenhersteller zusammengeführt. Zuvor habe die Branche Probleme gehabt, Auszubildende zu finden. In jüngster Zeit sei die Anzahl der Anwärter dagegen in die Höhe geschossen- und umso schwieriger sei es auch für die jungen Leute, eine Lehrstelle zu finden, hat Krämer beobachtet.

Mediengestalter Kreativ arbeiten klingt für viele verlockend - Plätze für die Ausbildung sind daher begehrt. dpa

Arbeitsalltag von Mediengestaltern

Der 24-jährige Anton Meier etwa hatte Glück: Er hat im Sommer 2010 seine Ausbildung zum Mediengestalter abgeschlossen und arbeitet seither in einer Agentur in Hannover. Zwar sei die Ausbildung eine harte Schule und nicht immer einfach gewesen, erzählt er. «Aber ich finde meinen Job wunderbar und kann mich auch kreativ verwirklichen.» Es gehöre allerdings eine Portion Flexibilität dazu - schließlich sei man nicht immer mit dem Kunden einer Meinung. Auch Überzeugungskraft sei wichtig. «Es kommt ja auch darauf an, wie man die Entwürfe dem Kunden verkauft.»

Gehalt für Mediengestalter

Als Richtwerte für die Ausbildungsvergütung im Bereich «Bild und Ton» nennt die Bundesagentur für Arbeit 545 Euro im ersten und 713 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Später kann die Bezahlung 2400 bis 2600 Euro brutto betragen. Im Bereich «Digital und Print» dürfen Azubis demnach mit rund 780 bis knapp 900 Euro rechnen. Der spätere Tariflohn kann zwischen rund 2300 und 2870 Euro brutto liegen.

Quelle: dpa
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