Datenschutz
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Datenschutzbeauftragter: Nerd, der die Gesetze kennt

Datenschutzbeauftragte sind IT- Fachleute, die in Wirtschaft und Verwaltung für Datensicherheit sorgen. Eine spezifische Ausbildung gibt es nicht, gute Chancen haben Nerds - und Juristen.

Datenschutz spielt heute überall im Alltag eine Rolle: beim Arzt, bei der Arbeit und beim privaten Surfen im Internet. Und durch Skandale über den schlampigen oder sogar kriminellen Umgang mit Daten hat das Thema an Bedeutung in der Öffentlichkeit gewonnen. Nicht nur staatliche Stellen kümmern sich um einen verbesserten Schutz privater Daten. Auch in der Privatwirtschaft gibt es großen Bedarf an Fachleuten für diesen Bereich. Dabei werden keineswegs nur IT-Spezialisten gesucht.

Voraussetzungen als Sicherheitsbeauftragter

Das ist meist ein Job für Informatiker oder Elektrotechniker. «Sie müssen kreativ und visionär sein und sich in der Anwendung von technischen Neuerungen auskennen», sagt Günther Ennen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Wollen Azubis später in diesem Bereich arbeiten, sollten sie in der Lehre darauf drängen, etwa im Rechenzentrum des Unternehmens eingesetzt zu werden, empfiehlt Stephan Pfisterer vom Hightech-Verband BITKOM in Berlin. Eine gute Vorbereitung ist auch die Arbeit in einer Abteilung oder einer Firma für IT-Sicherheit.

Berufsbild: Datenschutzbeauftragter

Datenschutzbeauftragte zeigen auf, was bei der elektronischen Übermittlung von Daten alles passieren kann. Sie überlegen sich zum Beispiel, wie sich bei einer elektronischen Wahl sicherstellen lässt, dass niemand die Daten abgreift. Sie klären daher ab, ob die Daten nur verschlüsselt oder nur auf einem externen Server aufbewahrt werden dürfen. Und: Datenschutzbeauftragte müssen die aktuellen Gerichtsentscheidungen kennen und sie richtig bewerten können. Sie müssen sich außerdem in der Verwaltung auskennen und mit den dort gültigen Vorschriften umgehen können. Denn oftmals gibt es eine politische Vorgabe, die technisch umgesetzt wird und die der Datenschutzbeauftragte später bewerten muss.

Ausbuildung zum Datenschutzbeauftragten

Eine konkrete Ausbildung gibt es nicht, denn der Beruf Datenschutzbeauftragter ist nicht geschützt. Meist wird man Datenschutzbeauftragter, indem man nach einer Ausbildung eine entsprechende Zusatzqualifikation erwirbt. «Viele Datenschutzbeauftragte werden von den Unternehmen einfach ins kalte Wasser geworfen und müssen sich die Fähigkeiten anlernen», erklärt Günther Ennen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. «Wer aber Erfahrung im Bereich IT-Sicherheit hat, für den ist es ein Leichtes, sich im Rahmen des Datenschutzes zu bewegen.»

Datenschutzbeauftragte mit Studium

Meist hilft ein Studium in den Fächern Jura, Informatik oder Elektrotechnik, um Datenschutzbeauftragter zu werden. «Der Jurist muss sich eben noch den technischen Sachverstand beibringen. Der Techniker muss den juristischen Hintergrund lernen», erklärt Marco Biewald vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands in Berlin.

Juristen als Datenschutzbeauftragte

Daneben können sich auch Juristen auf das Fachgebiet Datenschutz spezialisieren. «Es gibt zwar keine fachanwaltliche Bezeichnung, jeder Jurist kann aber Spezialist im Datenschutz werden», erläutert Biewald. Dazu sollten angehende Juristen im Studium einen Schwerpunkt auf das Thema legen und entsprechende Seminare besuchen.

Jobchancen für Datenschutzbeauftragte

Datenschutzbeauftragte finden Jobs in Unternehmen, die mehr als zehn Mitarbeiter in der Datenverarbeitung haben. Es gibt auch Datenschutzbeauftragte in der Verwaltung, und an der Spitze steht der Bundesdatenschutzbeauftragte.

Quelle: dpa
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