Tolle Fußball-Party im Wohnzimmer oder im Garten geplant? Achtung vor UEFA, FIFA oder GEMA- denn alle wollen Gebühren kassieren.
Auch für Fußballgucken mit Freunden im Garten gibt es Regeln. Zwar ist meist keine Lizenz nötig, um Fußballspiele zu gucken. Unter bestimmten Umständen aber doch- und es kann Ärger geben.
Es gilt, zwei Dinge zu unterscheiden: Der europäische Fußballverband UEFA fordert unter Umständen kostenpflichtige Lizenzen für Live-Übertragungen. Nach deutschem Recht ist das aber nur möglich, wenn der Besuch der Veranstaltung Geld kostet.
Auch wenn sich viele an einem Ort versammeln, ist die Grenze zum «Public Viewing» deshalb nicht unbedingt überschritten. Man kann auch eine unüberschaubare Menge von Menschen in seinem Garten zusehen lassen. Eine Lizenz von der UEFA benötigt man ohne das Kassieren von Eintrittsgeldern trotzdem nicht. Aus diesem Grund dürfen auch Kneipiers ohne Probleme Fußballübertragungen zeigen, wenn sie kein Eintrittsgeld verlangen.
Ob Privatleute oder Wirte: Beide können unter Umständen aber GEMA-pflichtig werden- also Abgaben für die Wahrung von Urheberrechtsansprüchen zahlen müssen. Das ist eine einmalige Abgabe pro Fernseher, die rund 30 Euro beträgt. Für Großbildschirme werden je nach Raumgröße ca. 100 bis 200 Euro fällig.
Diese Tarife gelten laut GEMA für «Public Viewing ohne Veranstaltungscharakter», also für Bars, Biergärten oder den Einzelhandel. «Geräte, die das ganze Jahr über aufgestellt und angemeldet sind, müssen für die Übertragung der Europameisterschaft nicht zusätzlich lizenziert werden», erklärt die GEMA auf ihrer Homepage.
Sobald ausdrücklich für die Veranstaltung geworben und für die Übertragung Eintrittsgeld genommen wird sowie etwa eigens Imbissstände hinzukommen, stuft die GEMA das als «Public Viewing mit Veranstaltungscharakter» ein- die Tarife sind hier von der Größe abhängig. Es zählt der Unterschied zwischen privater und öffentlicher Veranstaltung, eine rechtlich verbindliche Zahl gibt es aber nicht.
«Entscheidend ist: Je mehr Leute gemeinsam gucken, desto eher besteht zwischen den Anwesenden keine persönliche Beziehung mehr.» Und das unterscheide eine öffentliche von einer privaten Veranstaltung. Wer also als Privatmann ein größeres Treffen organisiert, bei dem Freunde wiederum Freunde mitbringen, müsste sich an die GEMA wenden.
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