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Natur statt Chemie
Ab in die Waschmaschine: Waschnüsse enthalten Saponine, die leicht verschmutzte Kleidung reinigen können. © Marks/dpa/tmn

Wäsche waschen: Nüsse sollen für saubere Wäsche sorgen

Natürlich, umweltschonend und trotzdem sauber: Die Waschnuss macht herkömmlichen Waschmitteln Konkurrenz.

Saponine aus der Schale lösen Schmutz und Fett

Die Nüsse des indischen Waschnussbaums sollen wahr machen, was manche Waschmittelwerbung verspricht. Doch die Leistungskraft des Öko-Waschmittels ist umstritten. Schrumpelig, dunkelbraun und so groß wie eine Kreuzung aus Hasel- und Walnuss liegt die Waschnuss in der Hand. Ihre reinigende Kraft verdankt sie bestimmten Stoffen in der Schale: Die Saponine bilden im Wasser einen seifenähnlichen Schaum, der Schmutz und Fett aus der Wäsche löst. «Seit Jahrhunderten benutzen Menschen in Indien und Pakistan die Nüsse deswegen zur Reinigung von Kleidung und Haaren», sagt Sylvia Frank vom Netzwerk Haushalt in Berlin.

Nüsse zerhacken bringt nicht mehr Wirkung

Frank empfiehlt, 10 bis 15 halbe Nussschalen in ein Leinensäckchen zu füllen und dieses zur Kleidung in die Trommel zu geben. Der Beutel sei wichtig, um nach dem Waschen die Schalen nicht einzeln aus den Klamotten sammeln zu müssen. «Oft wird geraten, die Nusshälften für eine bessere Wirkung zerhackt in den Beutel zu geben, aber das bringt nicht mehr.» Sehr viel bringt es dagegen, das Vollwaschprogramm zu wählen. Kurz- oder Pflegeleichtprogramme würden nicht genügend Saponine aus den Schalen lösen.

Laut Stiftung Warentest ist die Waschkraft der Nüsse nur «mangelhaft»

«Das Waschen mit Nüssen ist sehr farbschonend, strapaziert die Gewebefasern der Kleidung kaum und ist deswegen für Wolle sehr geeignet», sagt Sylvia Frank. Trotzdem könne sie die Nüsse nur bei leichten Verschmutzungen empfehlen. Richtig dreckige Wäsche schafften sie nicht. Die Stiftung Warentest bewertete die Waschkraft der Nüsse sogar als «mangelhaft» («test», Ausgabe 4/2009).

Der Waschnuss fehlen zusätzliche Wirkstoffe der handelsüblichen Waschmittel

«Saponine wirken zwar wie Tenside, die in chemischen Waschmitteln für die Reinigung sorgen. Aber der Waschnuss fehlen die zusätzlichen Wirkstoffe handelsüblicher Mittel, die eine perfekte Sauberkeit möglich machen», bestätigt Prof. Rainer Stamminger vom Institut für Haushaltstechnik an der Universität Bonn.

Zusätzlich Bleichmittel zugeben, um Färbungen zu verhindern

«Weiße Kleidung ist deswegen nach einigen Waschgängen mit den Nussschalen oft von einem Grauschleier überzogen.» Die Waschnüsse enthielten keine Wirkstoffe, die einmal gelöste Substanzen daran hindern könnten, sich wieder auf der Kleidung abzusetzen. «Um die unansehnliche Färbung zu verhindern, müssen zusätzlich Bleichmittel in die Waschmaschine gegeben werden.»

Wäscheparfüm gegen den Geruch der Waschnuss

Frank empfiehlt, außerdem Wasserenthärter und bei Obstflecken und ähnlichem auch noch Fleckensalz zuzugeben. Doch selbst dann bleibt noch ein Problem: Nach dem Waschen mit Nüssen rieche die Kleidung etwas merkwürdig. «Ein paar Tropfen ätherisches Öl oder ein Wäscheparfüm in der Trommel gleichen das aber aus.»

Vorteile für Allergiker

Doch die Waschnuss hat auch Vorteile. «Für Allergiker sind die Nussschalen durchaus eine gute Alternative», sagt Julia Weißkirchen vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach. Denn sie verhinderten Ausschläge und andere Reizungen. «Auch für Menschen, die unter Atemwegserkrankungen leiden und deshalb parfümierte Waschprodukte nicht vertragen, bietet sich die Waschnuss an.» Die gleichen Vorzüge hätten aber auch vom DAAB mit einem Gütesiegel ausgezeichnete Mittel.

Umweltbilanz: Biologisch abbaubar und kaum belastend für das Abwasser

«Kein Waschmittel ist wohl so umweltschonend wie die Nüsse. Sie sind biologisch abbaubar und belasten das Abwasser kaum», sagt Susanne Moosmann von der Verbraucher Initiative in Berlin. Dafür nehmen viele in Kauf, dass sie als Reinigungsmittel nicht hundertprozentig überzeugen kann.

Quelle: dpa
(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )