Wer gut schlafen will, braucht im Schlafzimmer eine entspannte Atmosphäre. Wie man diese schafft.
«Eigentlich darf man in seiner Wohnung überall machen, was man will. Aber im Schlafzimmer wird einfach schnell die Ruhe gestört», warnt die Innenarchitektin Nicole Maalouf.
Vollgestellt bedeute in diesem Raum nicht gemütlich, sondern schlicht vollgestopft. Im Vergleich zu den anderen Räumen gehöre hier am wenigsten hinein. Klar, leicht und schlicht solle es gestaltet sein und vom Bett aus einen ruhigen Ausblick bieten. Im Prinzip reiche eine Matratze mit Nachttisch.
Es liege in der Natur eines Schlafzimmers, dass es von einem großen Möbelstück dominiert wird. «Darum sollte man möglichst wenig anderes hineinstellen», rät auch der britische Designer und Buchautor Terence Conran. In einem ruhigen, überschaubaren Raum sei es viel einfacher, abzuschalten und sich auf einen neuen Tag einzulassen als in einer unruhigen Umgebung voller Kleinigkeiten.
Gerade wenn jeder Quadratmeter genutzt werden muss, wird im Schlafzimmer häufig nicht nur geruht, sondern auch gearbeitet, Wäsche sortiert oder mit den Kindern getobt. «Man muss sich genau überlegen, was man im Schlafzimmer alles tut», rät die Innenarchitektin Katharina Dobbertin aus Hamburg. «Gucke ich im Bett Fernsehen? Frühstücke ich im Bett?». Dementsprechend muss es dann manchmal etwas mehr sein als lediglich Matratze und Nachtkasten.
In den meisten Schlafzimmern findet sich zum Beispiel ein Kleiderschrank. Nicole Maalouf rät dazu, sich für ein einziges, großes Exemplar zu entscheiden und dieses möglichst neben dem Bett zu platzieren. «Nicht vor das Bett - da erschlägt einen der Schrank», warnt sie. Da erfahrungsgemäß Hosen, Hemden und Pullover nach dem Ausziehen nur selten gleich ordentlich aufgeräumt werden, empfiehlt sie für die Grundeinrichtung noch einen schönen alten Sessel oder Stuhl: «Da können auch die Sachen drübergehängt werden.»
Der letzte Blick kurz vor dem Einschlafen fällt noch auf einen Stapel unerledigter Akten: Das kann den Schlaf massiv stören. «Ein Arbeitsplatz im Schlafzimmer geht überhaupt nicht, sonst kann man nicht abschalten», warnt Dobbertin.
Was für Möbel gilt, ist für Accessoires erst recht wichtig: Im Schlafzimmer reicht eine Mini-Dosis. Zu Kissen und Bettwäsche kommen noch ein flauschiger Teppich und ein paar dicke Stumpenkerzen für besonders gemütliches Licht - das reicht eigentlich schon. Katharina Dobbertin findet dazu noch einen Rücken für das Bett wichtig. «Es reicht schon, die Wand hinter dem Bett einfach in einer anderen Farbe zu streichen oder zu tapezieren», erklärt sie. Das schaffe ein «sicheres Dahinter» und bringe Ruhe in den Raum.
Entspannend, heimelig, harmonisch: Ob diese Atmosphäre im Schlafzimmer herrscht, hängt auch von der gekonnten Kombination von Farben und Licht ab. Maalouf rät zu hellen, leichten Tönen wie Grau und Blau, die dem Schlafzimmer zusätzliche Weite verleihen.
Beim Thema Beleuchtung empfehlen die Experten, auf möglichst viele Quellen zu setzen - so lässt sich das Licht leichter verschiedenen Stimmungen anpassen. «Verzichten Sie unbedingt auf eine Deckenlampe. Solche Lampen blenden fast immer - und garantiert, wenn man liegt», warnt Conran. Stimmungsvolle Alternativen seien Wandfluter oder ein Paar gleicher Nachttischlampen.
Terence Conran:
Große Ideen für kleine Räume
DVA
ISBN 978-3421035912
49,90 Euro
Lisa Skolnik:
Schlafräume. Gestalten für erholsamen Schlaf
Christian
ISBN 978-3884725030
25 Euro
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Thema: Gesund schlafen