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Leuchte «Käte» vom Designbüro Fremdform
Fertig kaufbar oder zum Selbermachen: Die Leuchte «Käte» vom Designbüro Fremdform können ambitionierte Stricker auch als Bausatz bekommen. © dpa

Strick-Möbel: Handarbeit fürs Wohnzimmer

Designer stricken aus Papier, Seilen oder Kabeln einzigartige Möbel und Einrichtungsgegenstände. Manches kann man auch selbst häkeln.

Von Möbelmesse zu Möbelmesse sieht man immer mehr Strickwaren: als Kleinmöbel, Lampenschirme oder Wohn-Accessoire. «Ich habe als Kind das Stricken von meiner Mutter gelernt und habe es von Zeit zu Zeit immer wieder gemacht», sagt Liene Jakobsone vom Designbüro Sampling. «Aber jetzt habe ich es das erste Mal für die Gestaltung meines Stuhles 'Cushhh' eingesetzt.» Die lettische Designerin bietet ihr Sitzmöbel aus Eichenholz mit Kissen aus gestrickter Wolle und gehäkeltem Leinen an. «Das erinnert mich an die mollige Wärme und Behaglichkeit der von meiner Oma selbst gemachten Dinge.»

Modedesign erobert Möbelgestaltung

Genau darin liegt der Trend: Gemütlichkeit entsteht nicht in durchgestylten Wohnungen, sondern durch ein individuelles Aufeinandertreffen von Möbeln und Accessoires aus unterschiedlichen Materialien. Diese Individualität schätzt Myra Klose mit ihrem Label MYK. Sie und ihr Team bereiten handverlesene Vintage-Stühle auf, die dann ein Kleid aus Bommeln bekommen. «Nachdem ich jahrelang als Modedesignerin gearbeitet habe und dann meiner zweiten Leidenschaft, dem Interieurdesign, nachgehen wollte, entstand der Gedanke, beides zu fusionieren», sagt Myra Klose.

Stuhl in Strickoptik von hettler.tüllmann Dieser Stuhl von hettler.tüllmann ist aus recyceltem Papier. © dpa

Berliner Designer entwerfen Sitzflächen im Stricklook

Um ökologische Aspekte geht es den Gestalterinnen von hettler.tüllmann. Die Berlinerinnen haben mit «Paper Planet» eine Sitzmöbel-Kollektion mit Sitzflächen im Stricklook entworfen- aus recyceltem Papier. «Bei jedem neuen Projekt beachten wir vor allem den Aspekt der Nachhaltigkeit», sagen Jula Tüllmann und Katja Hettler. «Papier eignet sich hervorragend für unsere Sessel, denn einmal geschnitten, gefaltet, gezwirbelt und gestrickt bekommt es eine sehr stabile, ja robuste Struktur.»

Stricken mit einem groben Seil aus recycelten Stoffen

Die brasilianische Designerin Nicole Tomazi hat mit ihrem Stuhl «Judith» einen Entwurf zu der Granny-Kollektion von WA.DE.BE aus Paris beigesteuert. Die Stahlstruktur mit Holzsitz ist mit einem groben Seil aus recycelten Stoffen umstrickt. Diese Arbeit führen «Grannys» (dt.: Omas) aus: alte Frauen in Paris, die nicht genug Geld zum Leben haben, wie Gerard Wantz, Mitinhaber der Firma, erläutert.

Gestrickte Lampe als Selbst-Bausatz

Pierre Kracht und Katrin Füser vom Dortmunder Designbüro Fremdform treiben die Strickidee in gestalterischer Hinsicht auf die Spitze: Sie bieten eine Art Teppich an, ein grob gestricktes Etwas aus einem schwarzen Verlängerungskabel, bei dem die Technik zum Gestaltungselement wird und gleichermaßen Funktionsträger bleibt. Ihre Leuchte «Käte» bieten sie nicht nur fertig, sondern ambitionierten Strickern sogar als Bausatz an.

Schalen «Nubi» von Nomad Die Schalen «Nubi» von Nomad © dpa

Körbe, Vasen und Schalen aus dicker Wolle

Die Hamburgerin Jutta Werner vom Designbüro «Nomad» war eine der ersten, die die Symbiose von Wohndesign und Handarbeit in Angriff nahm. Seit einigen Jahren häkelt sie Körbe, Vasen und Schalen aus dicker Wolle mit den Fingern. Manche von den «Nubi» genannten Objekten haben als stabilisierendes Innenleben eine feste Kunstharzschale. Mehr als 50 Stück soll es von keinem der Entwürfe geben. «Ich möchte lieber nicht im großen Stil produzieren, sondern alles kleiner und persönlicher belassen», sagt die Inhaberin von Nomad Design.

Quelle: dpa
(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )