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Möbel-Trend: Weniger ist mehr
Kein Bezug, keine Polsterung, keine Füllung: Reduziert bis auf ihr Gestell sind viele Stühle wie diese von Magis. © dpa

Möbel-Trend: Leichte Räume mit transparenten Möbeln

Plastik, Polster und Bezüge sind out: Neue Möbel sehen manchmal aus wie Rahmen mit Löchern. Designer reduzieren Sessel und Stühle bis auf ihr Gestell und wenige Nutzteile.

Sie haben keinen Bezug, keine Polsterung und keine Füllung: Reduziert bis auf ihr Gestell sind viele neue Tische, Regale, Stühle oder Sessel. «Teils lösen sich die Möbel fast auf, in dem sie nur noch als filigrane Drahtgestelle oder als transparente Objekte im Raum stehen», erläutert die Trendanalystin Gabriela Kaiser. «Bei den Regalen geben aufgelöste Formen dem Raum eine Leichtigkeit und erhöhen das Lichtdurchflutete, das Transparente.»

Auch vor den Wohnaccessoires macht der Trend nicht halt: «Das Metallnetz, das normalerweise versteckt das Material für den inneren Rahmen einer Skulptur ist, findet in diesen Objekten seine eigene Schönheit, und wird selbst zu einer Figur und einem Objekt einer poetischen Welt», beschreibt etwa die Designerin Benedetta Mori Ubaldini ihre Idee für «Clouds and Birds» für das Unternehmen Magis. Die Hängefiguren bestehen nur aus einem Netz, was gerade die Wolken schwebend leicht wirken lässt.

Nackte Rahmen mit vielen Löchern

Die neue Luftigkeit Nur mit Leder bezogenen ist das Gerüst des Sessels «Aria» von La Cividina. © dpa

Besonders fällt die Tendenz zum nackten Rahmen mit vielen Löchern zum Hindurchgucken bei den Stühlen auf: Ihr Rahmen ist meist aus stiftdünnen Metallstäben. Immerhin noch mit Leder bezogenen ist das Gerüst des Sessels «Aria» von La Cividina. Obwohl er so breit und so dick wie ein gewöhnlicher gemütlicher, runder Sessel ist, wirkt er durch seine netzartige Struktur geradezu filigran.

Leichte Möbel im Trend Kreiselförmige Sessel «Spun» von Magis © dpa

Auch Tische dieser Art findet man. Die einfache Konstruktion lasse Gegenstände ganz anders wirken, den Tisch «Ploff» etwa «von oben betrachtet wie eine Blume», beschrieb La-Cividina-Exportmanager Giancarlo Tomba in Mailand. «Solche Möbel finden in wirklich jedem Raum Platz: In sehr designorientierten Räumen fallen sie durch ihre Optik gut in der Mitte anderer Stücke auf. Enge Räume verstopfen sie durch ihre Leichtigkeit nicht so sehr.»

Moderne Gartenmöbel Der Gartensessel von Lukas Dahlén © dpa

Ein ähnliches Konstrukt hat auch Lukas Dahlén entworfen: Sein Gartensessel besteht nur aus gebogenem Stahldraht. «Ich suche Wege, wie man Material neu verwendet», erklärt der Designer seinen Ansatz. So auch bei seiner Kommode «Weave», die aussieht wie ein gewebter Korb. Gewebt wurde sie aber nicht, da die verwendeten gepressten Holzplatten nicht elastisch genug sind. Daher wurde erst eine Platte in Wellenform gepresst, dann in Streifen geschnitten und über Stäbe gesteckt.

Auf das Minimum reduziert Möglichst einfache Möbelstücke will Alessandra Scarfo entwerfen: Ihr Schaukelpferd «MiDonDoLo». © dpa

Der Anschein, das Material sei gewebt, lasse das Holzrechteck schmaler wirken, sagt Dahlén. Das gilt auch für die luftigen Stühle und Sessel, deren Sitzflächen wirken, als seien die Metallstäbe filigran geknotet oder kompliziert gewebt worden. Ein weiteres Beispiel hierfür sind die luftigen Steckentwürfe von Alessandra Scarfo: Das Schaukelpferd «MiDonDoLo» und der Stuhl «Seduta Listelli» bestehen aus über Kreuz gesteckten Holzplatten.

Leichte Möbel richtig kombinieren

Einige Designer bieten ihre Stücke aus durchsichtigem Kunststoff an: Sie fallen im Wohnraum nicht unangenehm auf, aber sind dennoch ein Hingucker. Magis stellte etwa einen Verkaufshit des Hauses, den kreiselförmigen Sessel «Spun», neu aus transparentem Polycarbonat vor. Das durchsichtige Material gebe dem Produkt einen Hauch Leichtigkeit und Frische.

Gabriela Kaiser würde solche Möbel in puristisch und trendbewusst eingerichtete Räume stellen, wo der Komfort eher hintergründig ist. «Diese modernen Sitzmöbel sehe ich in Kombination zu modernen stylishen Möbeln in reduzierter Farbigkeit wie Weiß, Schwarz oder Grau oder, jetzt neu, zu hellem Holz», ergänzt sie.

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Quelle: dpa
(Bilder: dpa; Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )