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Schlafzimmerwand aus Moos
Die Natur als Vorbild: Auf der Möbelmesse IMM gab es diese Schlafzimmerwand aus echtem Moos zu sehen. Sie bleibt angeblich jahrelang grün. © dpa

Möbel werden 2012 kleiner, runder und bunter

Die neuen Möbel haben weniger Masse, aber deutlich mehr Farbe. Die Trendfarben, die kommenden Materialien und wie der Problemfall Fernseher gelöst wird.

Vorbei die Zeit der klotzigen Schrankwand: Möbelstücke werden kleiner und kompakter. «Damit passen sie sich zum einen der zunehmenden Zahl von Singlehaushalten an, die in der Regel weniger Platz in der Wohnung haben», erläutert die Trendexpertin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Ursula Geismann. Zum anderen mache aber auch die moderne Technik große Möbel überflüssig: «Im Zeitalter von iPads und Laptops kommen Schreibtische mit kleineren Arbeitsflächen aus; Vitrinen können schmaler sein, weil LED-Licht keinen Platz wegnimmt.»

Kleiner und Kompakter Insgesamt werden die Möbel kleiner, kompakter © dpa

Die Möbel von heute brauchen also weniger Platz, haben weniger Ecken und sollen bei allem Design schon von weitem nach «richtigem Holz» aussehen. Gleichzeitig werden sie in der Handhabung immer bequemer: Lehnen lassen sich per Knopfdruck höher oder niedriger stellen, Sofas können leicht ihre Sitzfläche vergrößern, Tische sind ohne Aufwand zu verlängern.

Problem: Große Fernseher

Insgesamt wird die Einrichtung einzelteiliger. «Im Wohnzimmer zum Beispiel ist Stauraum heute ein schwieriges Thema geworden, weil die Fernseher immer größer werden», erklärt ein Hersteller aus Ostwestfalen. Schränke, Kommoden und Highboards sind deshalb oft so gebaut, dass sie um den Fernseher herum drapiert werden können. Oder der Flachbildschirm kann per Fernbedienung im Sideboard versenkt werden.

Flexibilität und Natürlichkeit

Die Deutschen geben viel für Möbel aus © dpa

Ein Sinnbild für flexible Möbelstücke sind die sogenannten Poufs, die viele Aussteller im Programm haben: Das sind runde gepolsterte Sitzgelegenheiten, die in der Wohnung herumgetragen werden können und überall hinpassen.

Sichtbar natürliche Materialien stehen bei vielen Unternehmen im Fokus, zum Beispiel Schränke aus unbehandeltem oder gebrauchtem Holz mit unebener Oberfläche. «Es kommt nicht nur auf gutes Aussehen an, sondern auch darauf, dass sich das Ganze echt anfühlt», sagt Geismann. Sofas und Sessel sind häufiger aus Fell oder Leder, und sehen- wie bei Kleidung- manchmal mit Absicht etwas abgeschabt aus. Ein Aussteller hat ein Schlafzimmer mit einer echten Moos-Wand gestaltet, die angeblich ohne Pflege jahrelang grün bleibt.

Satte Farben und starke Unitöne

Farben satt Intensive Farbtöne wie dieses knallige Gelb liegen im Trend. © dpa

Die Designer haben sich auch die satten Farbtöne der Natur zum Vorbild für die neuen Möbel und Wohnaccessoires genommen. Intensive Farben bei Sofas und an den Wänden sind besonders beliebt. In Zukunft würden die Farben für Wohnräume noch satter, erläutert der VDM in einem Trendbericht. In der kommenden Saison werden vor allem starke Unitöne erwartet. Lila werde in Mode sein und Blau wieder salonfähig. Bei den Möbeln bleibe Weiß weiterhin beliebt- weil es so gut kombinierbar ist.

Deutsche sind Europameister im Möbelkauf

Im Schnitt 373 Euro hat jeder Deutsche laut VDM 2011 für Möbel ausgegeben, das sei soviel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Hinzu kämen noch etwa 150 Euro für Accessoires und Zubehör. «Damit sind wir nach wie vor Europameister im Möbelkauf», sagt VDM-Präsident Elmar Duffner.

Quelle: dpa
(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )