Experten haben für das Jahr 2011 vier neue Wohntrends definiert. Bunt sind sie alle.
Ab sofort zieht Farbe in die Wohnzimmer ein. «Unsere Reaktion auf die Krise war nicht, depressiv zu werden, sondern optimistisch zu handeln». So sieht es der Produkt-Designer Marco Susani und erklärt damit das aktuelle, bunte Möbeldesign mit knalligen Farben und deutlichen Kontrasten. Die typischen, kalten Farben des Krisen-Stils wie Aschegrau und Schwarz durch leuchtende Akzente in Zitrusgelb und Mandarinenorange aufgehellt.
Experten haben vier neue Wohntrends definiert: "Emotional Austerity", "Surprising Empathy", "Re-
Balancing" und "Transforming Perspectives". In allen vier Trends sind Nachhaltigkeit und Qualität die Fixpunkte, um die sich die unterschiedlichsten Designansätze drehen. Formal leben Designer wie Konsumenten dabei eine Lust am Neu-Zusammensetzen aus: Alte Formen werden mit neuen Funktionen versehen, Materialien werden gemischt,
Techniken kombiniert, Kisten zu Möbelmodulen umfunktioniert, Möbel umgebaut.
Eine schlichte, klare Ästhetik bestimmt das elegante Ambiente. Doch dabei wirken die Formen und Linien bei aller Strenge nicht kühl, sondern verraten die Leidenschaft der Macher und Besitzer für Details und Qualität. Auf der Suche nach dem Wesen der Dinge stoßen die Gestalter auf klassische und altbewährte Formen, die mit neuen Funktionen ausgestattet und mit Hightech produziert werden.
Die spielerische Mischung mit neuen Technologien und das Zusammensetzen von alten und neuen Details sind symptomatisch für die hier besonders starke Lust am Auseinandernehmen und Re-Arrangieren. Filigrane Formen und weiche Farben, daneben stehen hübsch bescheiden kastige oder runde Grundformen. Farbe und Materialien sind von der Natur dominiert: Holz, Leder, Filz und Pflanzenfasern werden durch technische Gewebe ergänzt; ein erdiges Olivgrün dominiert vor einem saftigen und einem blassen Grün, daneben stehen Pudertöne von Rosé bis Braun.
Neue Formen und neue Materialien lehren uns neu zu sehen. Was leicht wirkt, entpuppt sich als schwer und belastbar, was schwer und massiv aussieht, betört durch seine Leichtigkeit. Das gilt für Formen und Materialien. Volumen erscheinen luftig oder werden bis auf ihren Umriss reduziert, während zweidimensionale Flächen durch wabige und geflochtene Strukturen Tiefe gewinnen.
Leichte und fließende Materialien bilden einen Kontrast zu schweren und kalten Werkstoffen. Insgesamt bestimmen kantige und gefaltete Strukturen die Ästhetik. Farblich dominiert ein kaltes Grau begleitet von Aschegrau und Schwarz, aufgehellt durch leuchtende Akzente in Zitrusgelb und Mandarinenorange. Ein leichtes Taupe vermittelt zwischen Grau und Weiß und sorgt für etwas Weichheit in der Farbskala.
Ausgerechnet in der tendenziell beschaulichen Welt harmoniebetonter Familientypen wird die Kiste als Universalmöbel zum Symbol für die Suche nach persönlichen, sinnvollen Möbeln, die von wirklich praktischen Dingen bevölkert werden – Ikonen des Alltags. Was nicht passt, wird passend gemacht, und wo die Menschen sich selbst genug sind, sollten auch die Möbel selbstgenügsam sein.
Auch aus eckigen und einfachen Einzelstrukturen lassen sich runde und erstaunlich bequeme Rückzugsmöglichkeiten schaffen – eine weiche Polsterung oder ein Schaffell sorgen für ein Luxusgefühl. Naturmaterialien werden bevorzugt. Oberflächenstrukturen zeigen sich gestrickt oder gewoben, vereinzelt auch handgesponnen. Ein warmes Rhabarberrot sorgt für positive Energie und Wärme; es wird mit Crème-Weiß, Maisgelb und hellen, bis ins Terrakotta gehenden Brauntönen kombiniert.
Material als Experiment: Wie in der Kunst der Performance geht es in diesem Interior Trend weniger um eine Langzeitbeziehung als um eine Momentaufnahme, eine Reaktion auf den Naturkult, den Hype um Kultobjekte oder "grünes Design". Man sucht die neu gewonnenen Einsichten mittels archaischer Formen, simpler Lösungsvorschläge und klischeehaft überzeichneter It-Produkte zu vermitteln.
Es wird viel Wert auf Materialausführungen, auf poliert oder matt ausgeführte Oberflächen gelegt. In der Experimentierwerkstatt von "Transforming Perspectives" wird vorwiegend mit geschäumten Metallen, Mineralverbundstoffen, Glas- und Metallgeweben gearbeitet. Ein dunkles Pflaumenblau bildet den dominanten Hintergrund für einen künstlichen Lavendelton sowie ein ins Violett schimmerndes Taubengrau. Akzente setzt ein metallbraun glänzender Caramelton.
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