Freitag, 10. Dezember 2010 12:54 Uhr
Verbraucherschützer werfen Heizungsablesern zu hohe Preise vor und fordern ein Eingreifen des Bundeskartellamts. Mieter können nicht viel machen - höchstens ihren Vermieter dazu drängen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.
«Drei Unternehmen haben 75 Prozent des Marktes unter sich aufgeteilt, bei Gewinnmargen von bis zu 40 Prozent», sagt Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. «Das Kartellamt muss prüfen, ob das nicht zu Missbrauch und zu hohen Preisen führt.»
Nach einer Studie der Gesellschaft CO2-Online zahlen Mieter im Durchschnitt 13 Euro zuviel im Jahr, weil große Anbieter wie Ista oder Techem hohe Preise verlangten, berichtete «Die Welt». Die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung wies die Vorwürfe zurück. Der Wettbewerb funktioniere.
Die Heizungsableser kommen in der Regel einmal im Jahr in jede Wohnung und messen den Verbrauch. Das dauert wenige Minuten. CO2- Online hatte 12 500 Heizkostenabrechnungen untersucht und für diese Dienstleistung Preisunterschiede von bis zu 70 Prozent festgestellt. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung liege die Spanne zwischen 38,50 und 65,10 Euro.
Viele Mieter wüssten nicht, dass es unterschiedliche Anbieter gibt, sagte Weinreuter. Sie könnten auch nicht auswählen, weil das über den Vermieter laufe. «Und der hat keinen Anreiz, etwas gegen die hohen Entgelte zu tun - er reicht die Kosten einfach an die Mieter weiter.» Der Verbraucherschützer rät, die Kosten im Internet zu vergleichen und Vermieter zu günstigeren Lösungen zu drängen.
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