BerlinOnline.de

Rauchmelder
In größeren Wohnungen sollte jeweils ein Rauchmelder-Gerät im Flur sowie eines in jedem Wohn- und Schlafraum sein. © dpa

Rauchmelder: Nachrüsten kann Leben retten

Wohnung oder Haus mit Rauchmeldern ausrüsten: Wo sie nicht fehlen sollten.

Jedes Jahr sterben rund 430 Menschen in Deutschland durch einen Brand in den eigenen vier Wänden. Ursache ist dabei längst nicht nur Fahrlässigkeit wie eine unbeaufsichtigte Kerze, zündelnde Kinder oder Rauchen im Bett.

Sehr oft lösen auch defekte Elektrogeräte, überlastete Elektroleitungen, Wärmestaus im Stand-by-Betrieb und Unfälle Brände aus. Egal, was am Feuer schuld ist - ein Rauchmelder kann Leben retten.

Im Schlaf nimmt der Mensch Gerüche nicht wahr

«Krach und Lärm eines Rauchmelders sind im Ernstfall besonders nachts wichtig», erklärt Susanne Woelk von der Aktion «Das Sichere Haus» (DSH) in Hamburg. Denn im Schlaf nehme der Mensch Gerüche nicht wahr. Dies habe zur Folge, dass Schlafende das hochgiftige Kohlenmonoxid einatmen, das fast immer im Rauch vorhanden sei. Nach nur drei Atemzügen könne Kohlenmonoxid zur Bewusstlosigkeit führen, nach etwa zehn Atemzügen sei ein Mensch tot.

Rauchmelder in anderen Ländern längst Pflicht

In den USA, England und Schweden gibt es schon lange die Rauchmelderpflicht. In Deutschland dagegen fallen die Themen Brandschutz und Rauchmelder in den Zuständigkeitsbereich der Länder. Bisher haben sieben Bundesländer - Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen - in ihren Landesbauordnungen eine Rauchmelderpflicht, insbesondere für Neubauten, verankert.

Nachrüstungspflicht in einigen Bundesländern

Bestandswohnungen müssen nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) in Berlin in fünf Ländern - Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Hessen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern - mit Rauchmeldern nachgerüstet werden. Hier gibt es Übergangsfristen, die zwischen Ende 2009 und 2014 auslaufen.

Preis: Fünf bis zehn Euro

«Rauchmelder können Lebensretter sein. Sie gehören deshalb in alle Wohnungen», fordert Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB. Der Mieterbund setze dabei auf Freiwilligkeit, Vernunft und Eigeninitiative. Rüstet der Vermieter die Wohnungen nicht selbst mit Rauchmeldern aus, sollten Mieter die fünf bis zehn Euro teuren Geräte selbst anschaffen.

Rauchmelder misst Rauchpartikel in der Luft

«Rauchmelder werden in der Regel an der Decke montiert», erklärt Woelk. Die meisten Warngeräte arbeiteten nach einem optischen Prinzip - Rauchpartikel in der Luft würden mit Hilfe von Sensoren erkannt. Die jeweils notwendige Zahl an Meldern richte sich nach der Größe der Wohnung oder des Hauses.

Ein Gerät pro Zimmer

Die Zahl der Rauchmelder hängt von der Wohnungsgröße ab. In kleinen Wohnungen sollte laut Woelk mindestens ein Rauchmelder in der Raummitte hängen. Das Minimum für eine Dreizimmerwohnung und für Häuser mit mehreren Etagen ist jeweils ein Gerät im Flur sowie eines in jedem Wohn- und in jedem Schlafraum.

Rauchmelder für Küche, Bad und Garage

In Küche, Bad, Garage oder Heizungsraum sind herkömmliche Geräte dagegen ungeeignet - die in diesen Räumen erzeugten Dämpfe können einen Fehlalarm auslösen. Hier seien Rauchmelder sinnvoll, die über eine neue intelligente Sensorik oder einen Stummschalter verfügten.

Keller- und Dachräume wichtig

«Nicht vergessen werden sollte auch die Ausstattung von Keller- und Dachräumen mit Brandmeldern», rät Anneke Brouwer von der Kampagne «Rauchmelder retten Leben» aus Berlin, die gemeinsam mit den Feuerwehren über den lebensrettenden Nutzen von Rauchmeldern aufklärt. Nur so könnten weiter entfernt liegende Brandherde entdeckt werden.

Rauchmelder vernetzen

Empfehlenswert sei dabei, dass Rauchmelder, die über die Wohnung verteilt sind, miteinander vernetzt werden: Löst ein Melder Alarm aus, geben alle anderen Geräte ebenfalls Laut. Dadurch lasse sich beispielsweise ein Schwelbrand im Keller rechtzeitig entdecken. Bei einer «Insellösung» dagegen werde ein Alarm aus dem Keller leicht überhört.

Quelle: dpa
(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )