BerlinOnline.de

Altersgerecht Wohnen
Für die Badewanne gibt es erhöhte Sitze, die beim Waschen hilfreich sind. © dpa

Altersgerecht wohnen auch ohne Umbau

Wie man mit einfachen Änderungen die Wohnung barrierefrei einrichtet.

Eine Wohnung fürs Alter: Dieser Wunsch bedeutet nicht immer gleich den kompletten Umbau der eigenen vier Wände. Der erste Schritt zum barrierefreien Zuhause können auch Handgriffe sein, die Hindernisse im Alltag aus dem Weg schaffen.

«Eine barrierefreie Wohnung ist immer gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Unfallprävention», sagt Volker Grosinski, Bauingenieur und Wohnberater beim Verein Barrierefrei leben. Er empfiehlt, Zimmer für Zimmer barrierefrei zu gestalten.

Teppiche, Läufer und Fransen sichern

Das kann mit dem Blick auf den Fußboden beginnen. Typische Stolperfallen sind beispielsweise Teppiche, Läufer und Fransen. Sie müssen entfernt, festgeklebt oder notfalls durch eine Anti-Rutschmatte fixiert werden. Das gilt auch für die Vorleger im Badezimmer.

Stolperfallen vermeiden

In der Dusche oder Wanne sorgen Gummimatten mit Saugnäpfen für Halt. Sie müssen nur regelmäßig überprüft werden. Elektrokabel sollten an der Wand entlang geführt werden, zum Beispiel unter Laufschienen.

Schwellen und Stufen durch Farbe markieren

Schwieriger gestaltet sich der Umgang mit Schwellen und Stufen. Der Zugang zum Balkon wird oft durch eine hohe Schwelle erschwert. Hilfreich ist da ein größeres Podest auf einer Seite, auf das man drauf- und auf der anderen Seite wieder runtersteigen kann.

Auf der Holztreppe verhindern mit Teppich beklebte Stufen das Ausrutschen. Türschwellen sowie die oberste und unterste Treppenstufe lassen sich mit verschiedenen Farben besser erkennen.

Ausmisten und Platz schaffen

Nach dem Fußboden kommt die Einrichtung dran. Im Alter hat man einen größeren Bewegungsradius. Deshalb sollte man kritisch überprüfen, ob alle Möbel tatsächlich benötigt werden. Möglicherweise ist die Kommode oder auch ein Schrank im Flur aber auch verzichtbar.

Dann muss der Inhalt gesichtet, reduziert und der Rest woanders verstaut werden. Wer ohnehin nicht mehr selbst wäscht, kann die Waschmaschine aus dem kleinen Bad entfernen. Und eine nie benutzte Zimmertür kann ausgehängt werden.

Scharfe Kanten mit Eckenschutz sichern

Umgekehrt ist an manch einer Stelle ein neues Möbel hilfreich: Eine Sitzgelegenheit im Flur reduziert zum Beispiel das Unfallrisiko beim Schuhe ausziehen. Auf dem Treppenabsatz ist sie die Möglichkeit zum Ausruhen und am Arbeitsplatz in der Küche die stabile Basis.

Auch in der Dusche ist ein feststehender Hocker sinnvoll. Für alle Einrichtungsgegenstände gilt außerdem: Scharfe Kanten sollten mit einem Kanten- und Eckenschutz gepolstert werden.

Armlehnen am Sofa bieten Halt

Beim Aufstehen wird die meist niedrige Sitzhöhe im Alter zum Problem. Das muss nicht sein. Der Fachmann kann Klötze unter den Füßen des Sofas anbringen. Auf die Toilette lässt sich eine Sitzerhöhung montieren.

Armlehnen am Sofa oder Sessel bieten zusätzlichen Halt. An der Toilette sollten Griffe angebracht werden - und zwar so, dass der Nutzer sie vor sich hat und sich darauf stützen kann. Auch in und neben der Wanne oder der Dusche sind Haltegriffe angebracht.

Quelle: dpa

Mehr zum Thema

(Bilder: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de ; Immobilien Scout GmbH; Patrick Lebeda / www.sxc.hu ; www.b2b-deutschland.de ; Birgit Lieske / www.pixelio.de )