Hund auf dem Laufband
Auf einem Unterwasserlaufband kann der Hund seine Gelenke entlasten, während gleichzeitig seine Muskulatur aufgebaut wird. Das hilft zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss. dpa

Hunde: Physiotherapie hilft gegen Schmerzen

Auch Hunde haben Rücken. Wenn der Hund beim Laufen unter Schmerzen leidet, kann eine Physiotherapie helfen. Wichtig ist es, einen qualifizierten Therapeuten zu finden.

Der Patient liegt auf der Liege. Mit den Fingern massiert die Therapeutin behutsam den Rücken. Die Massage soll helfen, die verspannten Muskelgruppen zu lockern und so die Schmerzen zu lindern. Bei dieser Behandlung handelt es sich um Physiotherapie - allerdings nicht für Menschen, sondern für Hunde.

Wann macht eine Physiotherape Sinn?

Physiotherapie kann bei Hunden aus verschiedenen Gründen Sinn machen, erklärt Mima Hohmann, Tierärztin und Physiotherapeutin in Leipzig. «Wenn ein Tier wegen einer Erkrankung, einem Unfall oder nach einer Operation Schmerzen oder Bewegungsprobleme hat, kann die Therapie helfen.»

Welche Therapienformen gibt es?

Die Tierphysiotherapie bietet nicht nur Massagen an. «Man kann drei Therapieformen unterscheiden», sagt Hohmann. Das eine seien manuelle Methoden wie passive und aktive Bewegungstherapie, Massage und Lymphdrainage. «Außerdem gibt es die physikalischen Techniken wie Elektro-, Laser-, Magnetfeld- oder Ultraschalltherapien.» Zwischen den beiden Gruppen könne man die Schwimm- und Unterwassertherapie ansiedeln, die manuelle und physikalische Elemente enthält.

Welche Behandlung ist die richtige?

Hundemassage Manche Hunde müssen sich an die Behandlung erst gewöhnen. Danach genießen sie eine Massage aber ziemlich schnell. dpa

Zuerst muss der Therapeut jedoch entscheiden, welche Behandlung im Einzelfall die richtige ist. «Kommen der Hund und sein Halter das erste Mal zu mir, mache ich eine Befundaufnahme», sagt Nicole Stübner, die in Berlin Physiotherapie für Hunde anbietet. Sie schaut dann, wie das Tier läuft, was am Körper auffällt und ob es Röntgenbilder gibt. Ist das alles geklärt, bespricht Stübner mit dem Hundehalter, welche Therapieform genau geplant ist.

Wie funktioniert die Unterwassertherapie?

Bei der Anwendung mit einem Unterwasserlaufband beispielsweise kommt der Hund in ein Becken, in dem sich ein Laufband befindet. «Das Tier läuft dann im Wasser auf dem Band», sagt Stübner. «Im Wasser werden der Bewegungsapparat entlastet und die Gelenke weniger belastet, während gleichzeitig die Muskeln durch den Wasserwiderstand aufgebaut werden.» Das könne nach einer Kreuzbandriss-Operation helfen.

Was tun bei Hüftdysplasie?

Hat ein Hund wiederum eine Hüftdysplasie - eine Hüftfehlstellung - belastet er ein Bein häufig nicht richtig, sondern schont es eher. «Das kann dazu führen, dass sich die Muskulatur in diesem Bein verkürzt», sagt Expertin Stübner. Dann könnten Dehnübungen dazu beitragen, dass das Tier wieder besser läuft.

Wie hoch sind die Kosten?

Wie viele Stunden notwendig sind, ist von Tier zu Tier verschieden. Auch die Kosten für eine Behandlung variieren. «Die erste Besprechung mit ausführlicher Untersuchung kostet zwischen 80 und 120 Euro», so Hohmann. Eine Therapiestunde kostet je nach eingesetzten Techniken zwischen 20 und 100 Euro. In den meisten Fällen zahlen Hundebesitzer die Physiotherapie ihrer Tiere selbst.

Wo findet am einen guten Therapeuten?

Die Sache hat einen weiteren Haken: Einen guten Therapeuten finden, ist nicht immer einfach. «Es gibt keine staatlich geregelte Berufsausbildung, das ist ein großes Problem», sagt Maaßen vom DGT. Es werden zahlreiche Ausbildungen angeboten, jedoch keine staatliche Prüfung. «Dadurch tauchen immer mal wieder schwarze Schafe auf.» Der DGT nimmt daher bundesweit Prüfungen ab. «Das ist die einzige unabhängige Qualitätsprüfung.» Nicht jeder, der keine DGT-Prüfung habe, sei allerdings ein schwarzes Schaf. «Man sollte sich genau erkundigen, welche Ausbildung und Erfahrung jemand hat.»

Quelle: dpa
(Bilder: dpa; Messe Berlin GmbH; Enrico Verworner; Institut für Plastination, Heidelberg)