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Wellensittich-Paar
Schnäbelnd ins Glück: Wellensittiche sind keine Einzelgänger. Am wohlsten fühlen sie sich mit einem Artgenossen. Foto: Andrea Warnecke © dpa

Wellensittich: Ein geselliger Vogel

Wellensittiche sind unterhaltsame Haustiere und recht pflegeleicht. Allerdings brauchen die Vögel einen Artgenossen, sonst fühlen sie sich schnell einsam.

Wellensittiche sind nicht nur drollige, sondern auch recht pflegeleichte Mitbewohner. Sie brauchen kaum Spielzeug, dafür aber möglichst naturbelassene Äste im Käfig. Noch wichtiger ist aber ein Artgenosse, mit dem sie sich beschäftigen können.

Vielfältiger Vogel aus Australien

Die Vogelart stammt aus Australien. War die Farbe des Wellensittichgefieders ursprünglich grün, haben die Tiere heute ganz unterschiedliche Farben in vielen Schattierungen und Abstufungen- vom Albino über Schecken bis zum blauen Vogel. «Sprechen kann man allerdings mit etwas Geduld allen Wellensittichen beibringen, in dem man ihnen immer wieder die gleichen Wörter vorspricht», sagt Wilhelm Trimborn von der Deutschen Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung (DSV) in Oberhausen.

Wer sich Wellensittiche anschaffen möchte, sollte sich für die Haltung vom Händler beraten lassen. «Ein kleiner Standardverkaufskäfig mit zwei Stangen wird den Tieren nicht gerecht», sagt Michael Pees, Fachtierarzt für Vögel an der Universität Leipzig.

Wellensittiche brauchen Gesellschaft

Da es sich um Schwarmvögel handelt, sollten Wellensittiche mindestens zu zweit gehalten werden. «Ein einzelner Wildvogel wäre ohne seine Artgenossen hoffnungslos verloren», erklärt Claudia Sissi Jung vom Verein der Wellensittich-Freunde in Köln.

Halten Besitzer zwei oder mehr Wellensittiche, müssen sie keine Sorge haben, dass sie dann nicht zahm werden. «Man kann auch erst einmal einen kaufen, um ihn an den Menschen zu gewöhnen, und dann nach zwei, drei Monaten holt man den zweiten dazu», sagt Tierarzt Pees.

Wellensittiche benötigen Freiflug

Vor allem bei mehr als zwei Tieren ist eine Außenvoliere im Garten am besten geeignet. Sie sollte einen geschützten Raum enthalten, in den sich die Vögel bei Frost zurückziehen können. Den Platz dafür hat allerdings kaum jemand. Die Alternative ist deshalb ein normaler Käfig: «Für ein Pärchen sollte der Käfig bei mehrstündigem Freiflug mindestens 120 Zentimeter breit, 50 tief und 80 hoch sein», sagt Jung vom Verein der Wellensittich-Freunde (VWFD).

Ihre Zeit sollten Wellensittiche aber nicht nur im Käfig verbringen dürfen. «Die Vögel muss man auf jeden Fall am besten täglich rauslassen, damit sie ihrem Flugbedürfnis nachkommen können», rät Trimborn. Der Raum muss dafür entsprechend abgesichert werden. Die Fenster sollten geschlossen und Gefahrenquellen wie brennende Kerzen, mit Wasser gefüllte Gefäße oder für den Vogel giftige Zimmerpflanzen entfernt werden.

Holzstangen im Käfig

Im Käfig, der etwa alle zwei Tage gereinigt werden muss, sollten Besitzer auf die üblichen glatten Sitz- und Kletterstangen verzichten. «Besser geeignet sind stattdessen verschieden dicke, unbehandelte und ungespritzte Naturholzäste, die man selber sammeln kann - beispielsweise von Obstbäumen», sagt Trimborn. «An denen können die Wellensittiche dann herumknabbern, und für die Krallen ist es auf den Naturästen auch besser.»

Spielzeug ist nicht gut für Wellensittiche

Von vielen Spielzeugen, die für Wellensittiche angeboten werden, rät Tierarzt Pees ab. «Alles, was spiegelt, ist ebenso abzulehnen wie ein Plastikvogel.» Diese Spielzeuge würden den Vögeln nur einen Partner vorgaukeln. «Das hat dann meist zur Folge, dass sie versuchen, ihr Spiegelbild zu füttern.» Das mache die Vögel krank. Auch ein Futterspender sei nicht geeignet. «Damit läuft man Gefahr, dass die Vögel zu dick werden», sagt Pees. Ein gestrichener Teelöffel Futter morgens und abends reiche für einen Wellensittich aus.

Quelle: dpa
(Bilder: Hilde Vanstraelen/ www.sxc.hu ; www.d-c-fix.de  ; dpa)