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Streit um «Pille danach»: Kardinal Woelki sucht das Gespräch

Montag, 4. Februar 2013 16:42 Uhr

Nach dem Kurswechsel des Kölner Erzbistums bei der «Pille danach» hat der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eine breite Debatte in der katholischen Kirche gefordert. «Wenn es neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Wirkungsweisen der "Pille danach" gibt, dann ist es notwendig und wichtig, dass sich die Kirche bundesweit damit auseinandersetzt», sagte der Kardinal laut einer Mitteilung vom Samstagabend. «Unsere Krankenhäuser und Ärzte brauchen Orientierung, wie sie in Zukunft Frauen in dieser Situation unterstützen können - auch was den Einsatz von bestimmten Formen der "Pille danach" angeht.»

Im Streit um die Behandlung vergewaltigter Frauen in katholischen Krankenhäusern hatte der Kölner Erzbischof Joachim Meisner am Donnerstag überraschend seine bislang ablehnende Haltung korrigiert: Die «Pille danach» sei durchaus zulässig, wenn das Medikament mit der Absicht eingesetzt werde, die Befruchtung zu verhindern. Nicht hinnehmbar sei eine Verschreibung, wenn die «Pille danach» die Einnistung bereits befruchteter Eizellen in der Gebärmutter verhindern solle.   

Quelle: dpa
(Bilder: Grüne Woche Berlin; dpa)