Donnerstag, 25. Oktober 2012 18:40 Uhr
Im Fall des toten Säuglings ließ die Staatsanwaltschaft Akten der Charité und des Deutschem Herzzentrums sicherstellen.
Im Fall des vermutlich an Dramkeimen verstorbenen Säuglings laufen die juristischen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung an: die Staatsanwaltschaft ließ Krankenakten der Charité und des Deutschem Herzzentrums sicherstellen. Außderdem soll nach den Informationspannen der Berliner Charité zu den in einem Fall tödlichen Darmkeim-Infektionen jetzt das Krisenmanagement verbessert werden.
Vor knapp drei Wochen war ein neugeborenes Baby vermutlich an Darmkeimen gestorben. Die Ursache für die Infektionen auf insgesamt zwei Säuglingsstationen der Charité war am Donnerstag (25.10.2012) nach wie vor nicht geklärt.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte die Kripo Krankenakten aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin. «Das war uns auch so angekündigt worden. Die Unterlagen werden für die Ermittlungen benötigt», bestätigte die Sprecherin des Herzzentrums, Barbara Nickolaus. Auch die Charité hat nach eigenen Angaben bereits Akten an die Polizei weitergeleitet.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung im Fall des Neugeborenen, das im Herzzentrum am 5. Oktober gestorben war- vermutlich aufgrund einer Darmkeim-Infektion, die es sich zuvor in der Charité zugezogen hatte. Geprüft wird daher auch noch, ob das Baby für eine Obduktion exhumiert werden soll. Ein externer Gerichtsmediziner müsse beurteilen, ob dies noch sinnvoll sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft: «Das dauert.». Erst am Mittwoch hatten die Ermittler offiziell erfahren, dass das Kind, das sie eigentlich obduzieren sollten, bereits längst bestattet war.
Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) kündigte am Donnerstag (25.10.2012) im Abgeordnetenhaus an, ein Team unter der Leitung von Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) werde sich an diesem Freitag treffen, um die Aufklärung und eine bessere Kommunikation zwischen den Institutionen voranzutreiben.
Es könne nicht sein, dass ein Neugeborenes im Herzzentrum operiert werde und sterbe, dort ein Totenschein ausgestellt werde und «die Charité das Herzzentrum keine einzige Minute darüber informiert, dass das Kind mit Serratien-Keimen besiedelt war», kritisierte Czaja im rbb-Inforadio.
Der Zustand der weiteren sechs erkrankten Kinder auf zwei Charité-Stationen für Früh- und kranke Neugeborene war unterdessen weiter stabil. «Wir haben keine Veränderungen zum Vortag, keine neuen Infizierten», berichtete eine Sprecherin. Sieben weitere Kinder würden derzeit noch intensiv beobachtet, hieß es.
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