Donnerstag, 27. September 2012 18:10 Uhr
Bessere Aussichten für überlastete und erholungsbedürftige Mütter: In Deutschland werden laut dem Müttergenesungswerk wieder deutlich mehr Mutter-Kind-Kuren bewilligt.
Die vormals hohe Ablehnungsquote für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren ist im ersten Halbjahr 2012 deutlich gesunken. Das teilte am Donnerstag (27. September 2012) das Müttergenesungswerk in Berlin mit. Während im Vorjahreszeitraum noch 35 Prozent der Anträge von den Krankenkassen abgelehnt wurden, waren es in diesem Jahr nur noch 21 Prozent.
«Wir haben uns sehr für diese Trendwende eingesetzt», sagte die Kuratoriumsvorsitzende Marlene Rupprecht. Geschäftsführerin Anne Schilling ergänzte: «73 Prozent der Mütter mit abgelehnten Anträgen gingen im ersten Halbjahr in den Widerspruch, 65 Prozent waren erfolgreich. Die jetzige Entwicklung ist ein erfreulicher Anfang.»
Im Februar 2012 war eine neue Begutachtungsrichtlinie in Kraft getreten. Anlass dafür war ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofes, der im Juni 2011 massive Mängel bei der Bewilligungspraxis der Krankenkassen für Mütterkuren aufgedeckt hatte. Seit 1999 war die Zahl der genehmigten Müttergenesungswerk-Kuren von 57.000 auf nur noch 39.000 im Jahr 2011 gesunken. «In den Kliniken des Müttergenesungswerkes sehen wir deutlich, dass Mütter meist erst sehr spät an ihre Gesundheit denken», sagte Rupprecht. Sie schätzt die Zahl der kurbedürftigen Mütter in Deutschland auf 2,1 Millionen.
Das Müttergenesungswerk unterhält mit über 80 Kliniken bundesweit die meisten Einrichtungen für Mütter und Kinder. Es gibt aber auch private Erholungsheime, die mit den Krankenkassen zusammenarbeiten.
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