Montag, 17. September 2012 13:14 Uhr
In Berlin wird bei immer mehr Männern Prostatakrebs festgestellt. Ein Grund sind auch verbesserte Diagnosemaßnahmen.
Prostatakrebs ist mit rund einem Viertel aller Fälle nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Für das Jahr 2010 wurden vom Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen (GKR) für Berlin insgesamt 1.588 neue Fälle von Prostatakrebs registriert. Im gleichen Zeitraum verstarben 471 Männer an dieser Krankheit. Insgesamt lebten im Jahr 2010 in Berlin geschätzt rund 18.600 Männer, die in den letzten 10 Jahren die Diagnose Prostatakrebs erhielten.
Wie fast alle Tumorleiden ist Prostatakrebs vorwiegend eine Erkrankung des höheren Alters. So wird etwa die Hälfte aller Erkrankungen bei den 65- bis 74-Jährigen beobachtet, und je ein Viertel der Prostatatumoren tritt bei Männern unter 65 bzw. ab 75 Jahren auf.
Zudem steigt die Zahl der Neuerkrankungen bei Prostatakrebs in Berlin weiter. So traten im Jahr 2000 in Berlin 59 Fälle je 100.000 Männer auf, im Jahr 2010 waren es bereits 94 Fälle je 100.000. Das Prostatakarzinom weist damit noch immer einen steigenden Trend der Neuerkrankungen auf. Die altersstandardisierte Erkrankungsrate stieg im Zeitraum 2000-2009 im GKR-Gebiet um durchschnittlich 3,5% jährlich.
Grund für den starken Anstieg der Neuerkrankungsrate seit den 1990ern sind auch verbesserte Diagnose- und Früherkennungsmaßnahmen. Aufgrund der seit Ende der 1980er Jahre vorhandenen Möglichkeit des PSA-Tests sowie der von den gesetzlichen Krankenkassen empfohlenen jährlich vorzunehmenden Tastuntersuchung für alle Männer ab 45 wird Prostatakrebs häufiger und früher diagnostiziert.
Früh erkannt ist Prostatakrebs jedoch sehr gut heilbar. Daher gibt es auch immer mehr Männer, die trotz einer Tumorerkrankung der Prostata noch lange überleben.
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