Donnerstag, 26. Juli 2012 17:59 Uhr
Die Haare der Eichenprozessionsspinner- Raupe sind für den Menschen gefährlich. Sie können sich bis zu zwölf Jahre in der Gegend halten und bleiben auch so lange giftig.
Alleinstehende Eichen oder auch Eichenwälder werden vermehrt im Sommer von sogenannten Eichenprozessionsspinnern befallen. Das ist eine Raupenart, die ihre giftigen Haare- abhängig vom Wind- bis zu 100 Meter im Umkreis verbreitet. Die Haare sind giftig und sorgen für Entzündungen und Atemnot. Die Gefahr besteht sogar dann, wenn die Raupe schon weg und nur ein Nest zurückgeblieben ist.
Das Nesselgift der Raupenhaare (Thaumetoporin) ist jahrelang wirksam und kann zu schweren Hautausschlägen, Augenentzündungen und Asthmaanfällen führen oder in seltenen Fällen sogar einen allergischen Schock auslösen. Sind die Raupen dieser Schmetterlingsart längst verschwunden, können deren feine Haare bis zu zwölf Jahre zurückbleiben, unter anderem in den spinnennetzartigen Raupennestern.
Der Kontakt mit weißlichen Gespinsten in Eichenbäumen kann zu schweren Gesundheitsproblemen führen. «Eltern sollten ihre Kinder auffordern, befallene Gebiete nicht nur im Sommer zu meiden und auf keinen Fall die spinnennetzähnlichen Gebilde an den Bäumen zu berühren», warnt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln.
«Kommt ein Kind mit den Raupenhaaren in Berührung, sollte es sich möglichst bald duschen und die Haare waschen. Die Kleidung reinigen Eltern am besten in der Waschmaschine bei 60 Grad Celsius», rät Fegeler. «Entwickeln sich nach etwa sechs bis acht Stunden feste, kräftig rote Papeln, die einer Nesselsucht ähneln, dann sollten Eltern ihr Kind ermahnen, nicht zu kratzen.» Denn dadurch könnten die Brennhaare noch tiefer in die Haut gelangen. Zur Abklärung von allergischen Reaktionen ist es immer ratsam, den Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen. Sind die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners verantwortlich, können Antihistaminika und Kortison helfen.
Die von Eichenprozessionsspinnern befallenen nördlichen Regionen haben sich laut neueren Untersuchungen von 1970 bis 2009 um etwa 7,5 Kilometer pro Jahr ausgedehnt. Im Norden verläuft die Grenze des Eichenbefalls durch die Niederlande und Deutschland und den südlichen Teil Polens und der Ukraine. Wer Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt, sollte das regionale Forst- beziehungsweise Gesundheitsamt umgehend informieren. Entfernt werden sollten Eichenprozessionsspinner und deren Gespinste nur von Fachkräften.
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