Henna Tattoos sind ein beliebtes Souvenir aus dem Urlaub. Die Verzierung der Haut kann aber schwerwiegende Folgen haben.
Schwarze Henna-Tattoos und andere Körperbemalungen mit Henna-Farben sind begehrte Mitbringsel aus südlichen Ländern, wo Künstler sie auf Straßen und an Stränden oft als sog. Mehndis günstig anbieten. Die Verzierung der Haut auf Händen, Füßen oder Schulter kann aber schwerwiegende Folgen haben. Dabei ist es nicht die natürliche Henna-Farbe, die zum Problem wird, sondern die beigemischte Chemikalie Paraphenylendiamin (PPD).
Bei natürlichem Henna handelt es sich um ein Pulver aus den Blättern des Cyperstrauchs (Lawsonia inermis), der unter anderem in Indien, Afrika und auf Sri Lanka heimisch ist. Mit reinem Henna kann man lediglich rote bis dunkelbraune Farbtöne erreichen. Um einen dunkleren oder schwarzen Farbton zu erzeugen, mischen die Tattoo-Künstler der Henna-Paste die Chemikalie Paraphenylendiamin (PPD) bei. PPD kann eine massive Allergie auslösen, die stark schmerzt, nur langsam abheilt und zudem ein Leben lang wiederkommt. In Europa darf PPD deshalb in Kosmetika nicht verwendet werden, lediglich bei Haarfarben ist der Zusatz von PPD erlaubt.
Dadurch, dass die Farbe mit dem meist hohen PPD-Anteil nach dem Bemalen in die obere Hautschicht eindringt, kann sich die allergisierende Wirkung besonders leicht entfalten. Die Haut beginnt zu jucken, wird rot und bildet Bläschen. Teilweise verspüren Betroffene starkes Brennen auf der Haut. Während ein Henna-Tattoo üblicherweise nach zwei bis vier Wochen wieder spurlos verschwindet, dauert das Abheilen der allergischen Symptome oft mehrere Monate, in Einzelfällen sogar länger als ein Jahr.
Und noch schlimmer: Personen, die einmal gegenüber PPD sensibilisiert sind, können lebenslänglich allergisch auf den Stoff oder auf Farben mit ähnlicher chemischer Struktur reagieren. Sie müssen Produkte meiden, die diese Substanz enthalten. Das ist gar nicht so einfach, weil Paraphenylendiamin außer in Haarfarben auch in dunklen Lederwaren, Fahrradgriffen, Gummischläuchen, dunklen Textilien und sogar dunklen Strumpfhosen vorkommen kann.
Da Allergiker den Kontakt mit dem Stoff vermeiden sollten, kann ihr Alltag erheblich beeinträchtigt sein. Auch bei der Berufswahl sind sie stark eingeschränkt, weil sie bei einer Sensibilisierung gegen PPD und ähnliche Farbverbindungen Berufe wie Chemie- und Fotolaborant, Friseur, Drucker, Forst- oder Landwirt nur mit Beschwerden ausüben könnten. Da nicht sicher ist, ob Henna-Künstler im Einzelfall Henna-Produkte ohne Zusätze verwenden, raten Experten Urlaubern vorsorglich davon ab, sich mit Henna bemalen zu lassen.
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